Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 133
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Hans Kudlich, osvoboditel rolníků

In der Tat knüpfte Kudlichs Antrag an die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Josef II. an. Nun ging es darum, die Belastungen des Bauernstandes von einer Unzahl von Abgaben und von der Fronarbeit zu befreien, wie auch seine Rechtstellung der „Herrschaft" gegenüber zu verbessern. Als die Gefahr bestand, den Antrag zu verzögern und damit untergehen zu lassen, hielt Kudlich mit seinen Freunden durch und nach Abänderungsanträgen und Kompromissen erhielt der Antrag am 7. September 1848 Gesetzeskraft.

Das Untertänigkeitsverhältnis war aufgehoben, der österreichische Bauer war frei auf seiner Scholle, eine Landabgabe war nicht zugelassen.

Hans Kudlich stand es nicht danach, aber er mußte es hinnehmen, wenn auf Veranlassung einer österreichischen Zeitung eine Kundgebung und ein Fackelzug ihm zu Ehren veranstaltet wurde, an dem Vertreter fast aller Nationen der Donaumonarchie teilnahmen, um ihm zu danken.

Doch in Wien kommt es bald zu neuen Unruhen. Um eine Gegenrevolution zu verhindern, sollte und wollte Kudlich unter den Bauern Reserven sammeln, was zu seiner Enttäuschung nicht gelang. Nach der Auflösung des Reichstages in Kremsier wehte Gegenwind; Kudlich, steckbrieflich verfolgt, mußte fliehen. Vorerst fand er sich in Frankfurt bei seinem Bruder Hermann ein, der inzwischen Mitglied der Nationalversammlung in der Paulskirche war. Schließlich geht er in die Schweiz, um Medizin zu studieren und heiratete dort nach der Promotion die Tochter seines Professors Vogt.

Weiterhin von Österreich verfolgt und in der Schweiz nicht beliebt, wanderte er nach Amerika aus, wo er sich in Hoboken im Staate New York als Arzt niederließ. Er stirbt dort im hohen Alter von 94 Jahren am 11. November 1917. Im Jahre 1924 wird die Urne mit seiner Asche und der seiner Frau in der Hans-Kudlich-Warte bei Lobenstein beigesetzt.

Aus seinem Werk „Rückblicke und Erinnerungen" gehen nicht nur die Höhen und Tiefen seines Lebens hervor. Die drei Bände können als politisches Testament gewertet werden. Dieses Werk und sein Leben sind Zeugnis für den ewigen Wert der Freiheit. Kudlich, ein Mann der Freiheit, eine der hervorragendsten Erscheinungen der 48er Jahre, brachte doch sein Antrag mindestens 14 Millionen Bauern die Freiheit. Wie sagte er im Wiener Reichstag: „Der freie Mann allein kann Friedenswächter sein. Darum müßt ihr den Bauern frei machen!"

Es währte keine hundert Jahre und es wurde in weiten Teilen der Welt den Bauern abermals die Freiheit genommen. Überall dort, wo in der Welt der Kommunismus herrscht, gibt es kein freies Bauerntum mehr, wenn nicht da und dort — allein aus wirtschaftlichen Erwägungen — der Kommunismus gezwungen wurde, den letzten Schritt zum Kollektiv noch nicht zu tun.

Wir haben kein Recht, uns in die inneren Verhältnisse anderer Staaten einzumengen. Aber zwei Dinge sind uns gestattet: Erstens dürfen wir Kritik überall dort üben, wo die Freiheit und Würde des Menschen bedroht sind. Zweitens ist es uns geboten, alles zu unterlassen, was der Diktatur bei uns dienlich sein könnte und alles zu tun, um der Welt, die in Freiheit lebt, diese zu erhalten, um mit der Freiheit die Würde des Menschen und den Frieden zu erhalten.

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