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schenken.
Unser Heimatstädtchen Schlaggenwald existiert sowieso nicht mehr. Die wenigen Häuser, die dort noch stehen, lassen nur schwer ein Bild formen, welch urwüchsige Gemütlichkeit gerade in diesem Städtchen zu Hause gewesen ist.
Es war doch so, daß man sich von Kindheit auf kannte. Man grüßte sich mit einem fröhlichen guten Morgen — wünschte sich — eine gute Nacht! Das kameradschaftliche Servus" flog hin und her und „Habe die Ehre" — wurde abgekürzt auf „d' Ehre". Doch die meisten Leute hatten das vertraute „Grüß Gott" auf den Lippen. — Man traf sich überall. — Auf dem Marktplatz und Straßen, beim Brunnen der Röijakasten und Gasseln oder vor der Haustür, zum Arbeitsgang in der Frühe zur Porzellanfabrik in die Zech, oder nach Feierabend über den schattigen neuen Weg nach Hause.
Am Vormittag gegen elf ging ein Gerumpel los, denn viele kleine Wägelchen rollten das Mittagessen für die Porzelliner die Fabrikstraße hinunter zur Fabrik. Die Essenträgerinnen hatten sich dabei viel zu erzählen, was heute gekocht wurde — ob Liwanzeln oder boachene Kniödla.
Als Kinder traf man sich am Schulweg und raufte sich zusammen. Für die Buben war die Broutbänk hinter dem Rathaus ein wichtiger Treffpunkt zum Uonradln mit bunten kleinen Kugeln und für die Mädchen die Tschekerlöchla zum Bohnenspiel.
Der Marktbummel am Abend, vom Putzeck bis zum Heinzelschuster, war für junge Leute sehr beliebt. Hatte man sich durch öfteres Begegnen am Trottoir kennengelernt, so war als nächstes der Galgenberg dran, wo sich die Liebespaare sehr gern miteinander unterhielten. Selig sah man dabei ins blütenreiche Städtchen hinunter.
Die kleine Welt für junge Leute.
Auch zur Maiandacht ging man in unsere schöne Pfarrkirche gerne. Anschließend wurden die Gräber mit den blühenden Stiefmütterchen gegossen, das Wasser mußte vom Kugelhof geholt werden. Es gab dann ein Anstehen, wie beim heiligen Brunnen.
Ringsumher lagen die Wiesen und Felder, so traf man sich auch bei der Arbeit.
Ein Grußwort gab das andere und reges Interesse herrschte bei kleinen und großen Landwirten. Ob die Kuh gekalbt — oder die Ziege gekitzt hat — Kartoffel gesteckt und der Hafer gesät war.
Dazu wünschte sich wohl jeder schönes Wetter. Es hätte nur nachts regnen brauchen.
Doch am Marktplatz gab es zum Glück eine Geschäftsfrau, die für Stadt und Land die sicherste Wetterprognose aufstellte. Stand sie unter der Ladentür — so wurde sie befragt: „Nu Frau Völkl, wöi wird's Wetter am Sunntag?" — „O je — o je — schlecht — schlecht. „Moi Höihneraug reißt wöi narrisch — am Sunntag — dau rengts!" Es gab damals noch keine Wettervorhersage über die Ätherwellen, aber Frau Völkl ihr Hühnerauge hat immer richtig angezeigt.
Die kleinen Kaufladln in Schlaggenwald waren auch ein beliebtes Zusammentreffen der Hausfrauen. Während Mehl und Zucker abgewogen wurden, war Zeit zur Frage: „Nu Madl — wöi göiths denn allewail?" Als ich noch ein Kind war — mir unbegreiflich, daß sich alle Mütter mit Madl anredeten. In diesen Kramerladen bekam man einfach alles. Doch soviel wie in unseren heutigen modernen Supermärkten gab es freilich nicht. Es wurde gespart. Das Geld war rar und mußte ein paarmal umgedreht werden, bevor es ausgegeben wurde. Doch ein kleines Tüterl Zuckerln bekam die Mutter bei jedem Einkauf geschenkt. Zuhause wurde redlich geteilt mit den Geschwistern.
**Bilder von früheren
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