Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 131
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Rumpelbubové a velikonoční střílení

Es war eine wahre Freude, wie das losknallte und der Deckel von der Büchse flog. Nun hatten wir das Osterschießen wieder gerettet. Allerdings mußte bei dieser Böllerei darauf geachtet werden, daß das sich in der Büchse entwickelte Karbidgas nicht zu stark war, denn dann gab es keinen Knall, sondern eine Stichflamme leckte zum Zündloch heraus, und man konnte sich dabei ganz schön die Finger verbrennen, wenn man nicht aufpaßte. Aber es gab nie eine Verletzung. Wir waren schon gewitzt.

Als wir nun dieses Knallen erfolgreich mit unseren 1/2 bis 1 kg-Büchsen durchführten, da wollten wir es auch einmal mit größeren Büchsen versuchen und heftigere Böllerschüsse hören. Eine passende Büchse zu finden war damals gar nicht so einfach. Die wenigen Maggiwürfel-Büchsen in den Haushalten wurden von den Hausfrauen mit Argusaugen gehütet. Darinnen bewahrten sie alles andere als Maggi auf. Und Farbbüchsen gab es auch keine, denn was wurde denn schon damals angestrichen.

Ein ebenfalls knallfreudiger Kamerad wurde von uns Buben bearbeitet, bis er nicht mehr anders konnte, und die von seiner Mutter so wohlbehütete 5 oder 10 kg-Maggiwürfel-Büchse einfach stibitzte. Ich sehe die Büchse noch heute auf der Geschirrbank in ihren gelben und roten Glanze prangen. Viele Jahre hatte sie dort den Ehrenplatz inne. Nun zogen wir mit dieser Büchse los. Aber da half jetzt keine Spucke mehr, da mußte schon eine Wasserflasche herhalten. So ganz einerlei war es uns nun dabei doch nicht, als wir das Monstrum von Büchse zum ersten Mal mit Karbid füllten und einen reichlichen Guß Wasser hineinschütteten. Wir hatten ja noch gar keine Ahnung wieviel Gas verbraucht wurde, um einen ordentlichen Böller zu erzeugen. Nun der Mutigste wagte sich an die Zündung der Neuerwerbung. Wir hatten die Büchse zwischen zwei Steine geklemmt und der Zündende stellte seinen Fuß noch darauf. Dann führte er — doch etwas zaghaft — das Streichholz seitlich an das Büchsenloch heran. Er kam aber gar nicht so weit heran, denn es tat einen ohrenbetäubenden Knall und der Deckel der Büchse flog im weiten Bogen in das Gelände des Glockenberges in Richtung Pfarrei. Noch heute sehe ich unseren Schützenmeister einen Luftsprung machen und uns stand für einen Augenblick das Herz still. Aber dann setzte ein Jubel ein über diesen ersten gelungenen Erfolg, und eine Knallerei mit diesem Ding begann, daß es eine wahre Freude für alle war.

Inzwischen hatten sich auch einige Erwachsene eingefunden, die es an ermunternden Zurufen nicht mangeln ließen. Da wir ahnten, daß diese Büchse keine lange Lebensdauer haben konnte, hätten wir gerne Ersatz gehabt. Doch solche Monstrums von Büchsen waren nicht so leicht aufzutreiben.

Wer weiß was unseren Kollegen noch bevorstand, als daheim seine Missetat entdeckt wurde. So kam auch bald das Ende der Büchse. Bei einer Zündtätigkeit gab sie den Geist auf. Vermutlich hatten wir etwas zulange dem Geräusch im Bauch der Büchse gelauscht; wir horchten immer ob das Karbid sich im Innern der Büchse richtig mit dem Wasser raufte, und das war ein sonderbares Gequirrl. Wahrscheinlich hatte sich ein bißchen zuviel Dampf entwickelt, denn als die Streichholzflamme an das Zündloch kam, tat es einen dumpfen Knall, und aus unserer Büchse qualmte seitlich eine weiße Wolke. Die Naht hatte keinen Widerstand mehr geleistet. So stellten wir etwas traurig das Schießen ein.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, daß wir später noch einmal mit gleicher Begeisterung so knallwütig waren. Auch unserer Einwohnerschaft ging die Knallerei nicht auf die Nerven, sie fühlte sich auch nicht in ihrer Ruhe gestört. Es war eben eine gemütliche Zeit daheim und wer denkt da nicht gerne daran zurück.

Br—

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