Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 131
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O stáří

Das Altsein!

Von A. Neidhart

Nach einer längeren Schreibpause möchte ich mich wieder einmal mit einem kleinen Beitrag im Heimatbrief melden.

Die Jahre vergehen wie im Fluge und die Zeit bleibt nicht stehen.

Nun gehören unsere Jahrgänge bereits zu den „Alten". — Die vielen Todesanzeigen im Heimatbrief sind erschütternd. Mit unserer Generation stirbt wohl ein guter Teil Heimat aus.

Was wir selbst erlebten oder von unseren Großeltern überliefert bekamen, ist für die jungen Leute bereits fremd geworden. Sie haben keine Vorstellung mehr davon, wie es früher einst daheim gewesen ist.

Wer kann sich noch in eine Zeit zurückversetzen, wo es noch keine Elektrizität gab, und am Abend die Petroleumlampe am Tisch stand. Mit diesem elektrischen Licht brach ein neues Zeitalter an.

Ob es damit heller wurde in der Welt, bleibe dahingestellt. Denn zwei Weltkriege und die schlimme, furchtbare Aussiedlung brach über uns herein. Doch trotz diesen großen Leides und bitteren Schicksals erreichen soviele Landsleute ein gesegnetes Alter. Davon zeugen die hohen Geburtstage im Heimatbrief. — Manch lächelndes Altengesicht zeigt noch mit den achtziger Jahren große Rüstigkeit.

Nun ist für unsere Generation der Feierabend angebrochen. — Dank aller technischen Hilfsmittel ist auch für uns die Plagerei zu Ende gegangen. — Wer wohl wäscht heutzutage noch die Wäsche mit der veralteten Wäscherumpel? — Auch dieses Instrument mußte der modernen Waschmaschine weichen.

Es gibt wieder schöne, bequeme Wohnungen, und der Lebensstandard hat sich in angenehmer Weise gehoben.

Unsere Kinder haben selbst eigene Familien gegründet und die Enkelkinder bringen Freude in das Leben ihrer Großeltern.

Beinahe allen jungen Familien steht ein Auto zur Verfügung und so werden auch die Eltern von Zeit zu Zeit mitgenommen. Bei so einem Familienausflug kamen einmal zwei ehemalige Nachbarinnen zusammen. Im eifrigen Gespräch entspann sich folgender Dialog:

„Unser Sohn und auch die Tochter haben jeder ein Haus gebaut."

„Mir fei aa — an Bankaloo."

„Ein Auto hat jeder." — „Mir aa — Mir aa."

— „Und ang'richt san sa — af's Modernsta".

„Mir aa — mir aa!" — „Zentralheizung, Waschmaschien, Kühltruha!"

„Nu wos denkst'n — mir aaa, mir aaa" —

„Zwa Radio — und an Plattenspieler —

— an Sterio" — „Mir aa — mir aa."

„Ja — und an Farbfernseher!!" — „Jassas mir aa, mir aa — Su'ran Klotzkasten . . ."

Um nun beim Überbieten des gegenseitigen Besitzes auf ein anderes Gesprächsthema zu kommen, lenkte eine der guten Frauen ein:

„Heint åbnd kimmt der Komödienstadel." —

Doch die Nachbarin war nicht zu bremsen —

„Ja, Ja" — „Mir aaa — mir aaaaa!"

Nun will ich mit einem Gedicht schließen, das ich irgendwo gelesen habe —

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