Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 131
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 2
Velikonoční zamyšlení Richarda Brummeissla o masopustu, postu a naději

Liebe Landsleute!

Die Faschingszeit ist nun wieder einmal vorbei. Leider haben wir das uns so vertraute „Hollo-lo" und „Gr. Gr." nicht vernommen. Aber was tut das auch heute noch in dieser modernen Welt. Nur als Erinnerung für die, die es einst selbst ausgerufen haben, hat es einen Sinn.

Es war die fröhliche ausgelassene Zeit in unserem Städtchen gewesen. Da gingen die Bretzelmänner mit dem guten Backwerk von Wirtsstube zu Wirtsstube, und man ließ sich dieses Wunderwerk zu 20 Heller das Stück gut schmecken. Ja, man hatte herausgefunden, daß dem Kühnhackl Seff seine Bretzn die besten waren. So fanden wir jedenfalls, die in so mancher frühen Morgenstunde nach dem Wirtshausmaschkern in seine Backstube eingefallen waren. Oh wie schmeckten da diese Dinger und sie gaben uns schon wieder den Appetit auf einen neuen Trunk. Wie schwitzte der Seff beim Walken der Talgteilchen für die Bretzen, die schön warm aus dem Ofen kommend uns recht herzhaft schmeckten. Bei dieser Rückschau läuft mir im Augenblick das Wasser im Munde zusammen, aber leider ist eine solche Köstlichkeit für immer verlorengegangen. Was wird heutzutage geboten.

Nun sind wir wieder in der Fastenzeit. Bald werden die Glocken zur Auferstehung läuten. Natürlich haben die Glocken, die wir jetzt wahrnehmen, keinen solchen feierlichen Klang, wie die in der Heimat zurückgelassenen, soweit man sie nicht von den Kirchtürmen genommen hat und diese zu einem menschenfeindlichen Zweck verwendet wurden. Für wen sollten sie auch läuten. Wer hört sie dort überhaupt noch gerne? Die Stunden, die sie uns geläutet haben, hätten keinen Sinn für die jetzt dort lebenden Menschen. Wer wüßte schon weshalb der Kreuzer Schorsch um 5 Uhr und um 6 Uhr morgens die Glocken läutete, warum die Turm Hanni um 11 Uhr mittags, um 12 Uhr mittags und um 7 Uhr abends das Glöcklein singen ließ?

Nun zur Auferstehung:

Ostern ist ein Vorfrühlingsfest. Wer freut sich nicht auf das Höhersteigen der Sonne. Das Licht, das uns wieder umgibt, erhöht unsere Lebenskraft und munter gehen wir mit neuen Erwartungen den anderen Jahreszeiten entgegen. Wie schnell die Zeit dahinfließt merkten wir an den vergangenen Jahren seit der Vertreibung. Wo sind die 27 Jahre hingegangen? So fragt sich jeder, der um seine Existenz gerungen hat. Es fiel ja keinem etwas in den Schoß. Ich denke oft daran, wie schwer es damals war, nur um sich täglich ein Stück Brot zu beschaffen. Darum — trotz aller Liebe zur alten Heimat — wollen wir nicht undankbar gegen die jetzige sein. Es haben hier die größten Anstrengungen vieler Landsleute schöne Früchte gebracht. So möge der gehobene Lebensstandard uns über das große Heimweh — das doch hin und wieder in uns aufkommt — hinweghelfen. Wenn auch an den Ostertagen keine Böllerschüsse krachen, aber gefärbte Ostereier, die gibt es auch hier. Und so manche Landsmännin wird auch das Osterlaibchen zubereiten Es wird vielleicht nicht so groß sein wie damals daheim, denn ein Bäcker dürfte sich hier kaum finden ein solches zu backen. Es sei denn, unser Landsmann Rippl in Pressath, der dort eine Konditorei und Bäckerei besitzt, würde von einer Bürgerin darum angegangen. Ansonsten muß es im elektrischen Herd auch gelingen. Somit wünsche ich all meinen Landsleuten ein recht angenehmes Osterfest.

Euer Richard Brummeissl

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 2 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.