Schlaggenwalder an der Universität Leipzig 1409 - 1630
Als der Streit an der ältesten deutschen Universität Prag, im Jahre 1409 zwischen Deutschen und Tschechen seinen Höhepunkt erreichte, zog der größere Teil der deutschen Magister und Studenten von Prag nach Leipzig und veranlaßte damit die Gründung der Universität Leipzig. Schon bald stand diese Universität an der Spitze der deutschen Hochschulen und behauptete diese Stellung manche Jahre. Groß war die Zahl der Studenten, die ihr fortan auch aus dem Egerland zuströmten.
In mühevoller Arbeit hat Dr. med. dent. Josef Weinmann, ein Landsmann aus dem Egerland, der heute in Männedorf in der Schweiz lebt, in einem Verzeichnis alle Egerländer erfaßt, welche zwischen 1409 — 1809 an der Leipziger Universität inskribiert waren. Als Unterlage dazu dienten dem Verfasser die von Gr. Erler in sechs Bänden veröffentlichten Matrikel der Universität Leipzig 1409—1809. In dankenswerter Weise hat der Verfasser einen Sonderdruck seines Verzeichnisses, das in der Zeitschrift „Ostdeutsche Familienkunde" erschienen ist, dem Herausgeber des Schlaggenwalder Heimatbriefes zur Verfügung gestellt.
In diesem Verzeichnis sind die Studenten nach Geburts- bzw. Herkunftsort mit Name, Vorname, Titel und Daten der Examina angeführt. Wir finden viele Orte des Egerlandes, darunter auch Schlaggenwald, das von 1409—1630 mit einer erstaunlich hohen Zahl an Studierenden in Leipzig aufwartet. Wir können dies als einen Beweis für die geistige Aufgeschlossenheit und die gute wirtschaftliche Lage vieler Schlaggenwalder Bürger zu jener Zeit ansehen.
Nachstehend folgen die Namen dieser Schlaggenwalder Studenten, wobei zu beachten ist, daß früher den Familiennamen häufig die lateinische Endung -us angehängt wurde (z. B. Hesler = Heslerus). Desgleichen waren Übersetzungen der Namen ins Lateinische oder Griechische durchaus üblich. Die Abkürzungen haben folgende Bedeutung: b. = Baccalaureus (artium); i. = immatrikuliert; m. = Magister; S = Sommersemester; W = Wintersemester. Auf die Personalangaben folgt zunächst immer das Semester der Immatrikulation mit der Jahreszahl. Zuweilen sind Studenten zu wiederholten Malen in Leipzig immatrikuliert worden.
Albert Joh. S 1588, Blümel Ph. W 1586, Brambach Christoph. S 1598, Bruschius Casp. poeta W 1542, Carbonarius Steph. W 1577, Bursch Joh. S 1609, Cardinal Luc. S 1554, Chemnitius Leonh. W 1587, Cluba Dav. S 1615, Crines Aug. S 1598, Crines Christoph. S 1570, S 1602, Crusius Dav. W 1577, Dober Joh. S 1588, Dratscher Aschac. S 1545, Egerer Leon. S 1517, Eilenberger Thom. W 1577, Eisentraut Mathi. S 1598, Faber Thom. W 1565, Geisler Ulr. S 1605, S 1622, Günther Nic. S 1590, Hacker Balth. al. Harcker S 1598, Hammerschmidt Jac. S 1563, Hauer Joh. W 1620, Heslerus Casp. W 1610, Heslerus Geo. S 1587, Heyer Pa. S 1622, Kessel Laur. S 1592, Kisling Joh. W 1610, Knoblauch Math. S 1592, Körner Joh. W 1620, Kuhn Mich. W 1620, Kuttner Mathi. S 1564 b am 23. IX. 1566, Libell Geo. W 1581, Liphard Balth. S 1578, Liphard Bartholom.
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