Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 121
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Obnovení hornické činnosti ve Schönfeld-slavkovském revíru v novější době

Die Wiederaufnahme des Bergbaues im Schönfeld-Schlaggenwalder Bergrevier in neuerer Zeit

Von Ing. Karl Prosch, Donauwörth, früher Schlaggenwald

Vorwort des Herausgebers. Bereits in den HB-Folgen 115, 116, 117 und 118 hat unser Schlaggenwalder Landsmann, Ing. Karl Prosch, über das Erzvorkommen und seine Gewinnung in unserem heimatlichen Bergbaurevier sehr eingehend berichtet. Zeitlich reichte seine Schilderung bis zum ersten Weltkrieg 1914/18. Ich freue mich, daß ich heute mit der Veröffentlichung eines weiteren Beitrages aus seiner Feder beginnen kann, in welchem er die Wiederaufnahme des heimatlichen Bergbaues nach dem ersten Weltkrieg beschreibt. Er selbst leitete diese Wiederaufnahme unter großen Schwierigkeiten ein, wobei ihm hilfsbereite Mitarbeiter zur Seite standen. Auf Grund seiner eigenen Tätigkeit im heimatlichen Bergbau und seiner genauen Kenntnis vom Schönfeld-Schlaggenwalder Bergrevier, ist unser Prosch Karl heute wohl der einzige, der über den heimatlichen Bergbau in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg bis zum Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 eine verläßliche Schilderung geben kann. Seine Ausführungen sind daher nicht nur fachlich sehr aufschlußreich, sondern sie haben auch großen heimatlichen Wert. Der folgende Bericht erscheint in mehreren Fortsetzungen. Marterer

Der erste Wetkrieg war zu Ende. Die staatlichen Zuschüsse an Geldern fielen weg und damit war das Schicksal der Zeche „Wilhelm" vorerst besiegelt. Nahezu 800 Arbeitskräfte verloren ihren Arbeitsplatz und kurze Zeit später (1921—1923) waren nur noch leere Gebäude übrig, ein Teil sogar abgerissen. Die Grubenrechte wurden von den früheren Besitzern, einer englisch-belgisch-deutschen Gesellschaft vom tschechischen Staat wieder erworben. Trotzdem blieb alles still. Erst im Herbst 1934 kam neues Leben in die Zeche. Eine Gruppe erfahrener Bergleute unter dem Belgier van Duerm führten die ersten Instandsetzungsarbeiten durch. Im März 1935 kam ich auf die Grube und der Ausbau wurde mit großer Hoffnung in Angriff genommen. Es herrschte damals bekanntlich große Arbeitslosigkeit.

Obwohl wir gut erzführende Gänge aufgefahren und ansehnliche Vorräte festgestellt hatten, kam bereits im Juli desselben Jahres der Bescheid aus London, daß alle Arbeiten wieder einzustellen und die Bergleute zu entlassen sind. Auch die große Pumpe mußte ich wieder herausnehmen und damit wurden die Abbaufelder neuerlich unter Wasser gesetzt. Eine Hoffnung auf Arbeit und Brot war dahin. Da faßte ich den Entschluß, angeregt durch Herrn Albert Fenkl (Hub, daselbst wohnhaft), die Schurferlaubnis auf einer anderen seit 8 Jahrzehnten verfallenen Grube von dem österreichischen Besitzer, Herrn Kommerzienrat Lichtenstern, Wien, zu erhalten. Sie wurde mir auch erteilt und nach Unterschrift der Vereinbarung begann ich im September 1935 ganz allein, nur mit einer kleinen Kohlenschaufel meiner Mutter ausgerüstet, den alten Steinbacher Lehenschacht zu suchen. Herr Albert Fenkl zeigte mir die Stelle, wo einmal der Schacht niedergegangen sein soll. Er selbst kannte ihn auch nicht mehr, nur die Stelle wußte Herr Fenkl noch von seinem Vater.

Von allen Seiten wurde mir abgeraten, selbst vom Bergamt in Karlsbad; die Lagerstätten seien abgebaut und schade für jeden Handgriff. Neben diesen

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