Gerettete Schlaggenwalder Krippe
Die schöne Krippe auf der Titelseite befindet sich im Besitz von Architekt Alfred Schindler in Rosenheim-Erlenau. Gebaut wurde diese Krippe um 1890 von Bezirks-Schulinspektor Willibald Kraus (Marktplatz). Dazu hat ein Modelleur der Schlaggenwalder Porzellanfabrik Haas & Czjzek einige Figuren angefertigt. Der Stall weist große Ähnlichkeit mit dem auf der Krippe in der St.-Georgskirche auf. Durch den Schwager Dr. Willi Kraus (†) kam diese Krippe zur Familie Schindler (Obere Gasse) und verblieb im Besitz unseres Landsmannes Alfred Schindler, der sich 1946 mit seiner Familie in Falkenau aufhielt.
Bei der Aussiedlung übergab er die Krippe einer alten Dame, die in Falkenau bleiben konnte und mit der Familie Schindler im gleichen Haus wohnte. Im Jahre 1951/52 erkrankte diese alte Frau und kam zu ihrer Tochter in die Bundesrepublik, wobei sie die Krippe anstandslos mitnehmen durfte. 1946 wäre dies unmöglich gewesen. Auf diese Weise gelangte unser Landsmann, Dipl.-Ing. und Architekt Alfred Schindler, wieder in Besitz seiner Krippe, von der er und seine Familie 1946 kaum glauben konnten, daß sie diese jemals wiedersehen würden. Bei dieser Krippe, die heuer auch auf der Ausstellung „Gerettete Krippen aus Böhmen und Mähren" in Freiburg (Breisgau) zu sehen war und großen Anklang fand, handelt es sich um eine Schlaggenwalder Kastenkrippe mit abgeschrägter Vorderseite, welche als abnehmbares Glasfenster ausgebildet ist. Die Krippe selbst ist 70 cm breit, 40 cm hoch, unten 50 cm und oben 26 cm tief.
Wir freuen uns mit der Familie Schindler über diese schöne Schlaggenwalder Krippe, mit der ein Stück altes Schlaggenwalder Kulturgut gerettet wurde und deren Bild uns zum Weihnachtsfest die richtige heimatliche Weihnachtsstimmung vermitteln soll.
Marterer
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Nachrichten des Herausgebers
Liebe Kalenderfreunde!
Das Jahrbuch der Egerländer 1970 ist erschienen und kann zum Preise von 3,50 DM (einschließlich Porto) durch den Schlaggenwalder Heimatbrief bezogen werden. Meinen treuen Kalenderkunden habe ich das neue Jahrbuch bereits unaufgefordert zugesandt. Ich bitte jene Landsleute, die den Egerlandkalender 1970 von mir erhielten und noch nicht bezahlt haben, mit der dem Jahrbuch beigelegten Zahlkarte den fälligen Betrag zu überweisen, damit es nicht in Vergessenheit gerät.
Der Egerlandkalender 1970 wurde wiederum von Otto Zerlik in bewährter Weise gestaltet. Er ist gut bebildert und enthält auf 160 Seiten zahlreiche heimatliche Erzählungen und heimatkundliche Schilderungen. Hervorzuheben sind die vier Farbbilder nach Originalholzschnitten des † Malers und Graphikers Carl Thiemann. Jene Landsleute, vor allem die Spätaussiedler, die das Jahrbuch der Egerländer noch nicht bezogen haben, bitte ich um ihre Bestellung mittels Postkarte.
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