Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 120
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Pověsti rodného kraje – o zmizelém dítěti, Tichtelhofu, pokladech Krudumu a Mikulášském kostele

Sagen der Heimat
Sagen der Heimat

Entnommen dem „Sagenbuch der Heimat", das von Bürgerschuldirektor Johann Hahn († 1933) in Schlaggenwald herausgegeben wurde. Nachdem dieses Sagenbuch heute nicht mehr erhältlich ist, habe ich in der 119. Folge unseres Heimatbriefes mit der Veröffentlichung der von Johann Hahn aufgezeichneten Heimatsagen begonnen. Nachstehend folgen vier weitere Sagen.

Marterer

Das verschwundene Kind

Es war einmal ein armes Weib, welches am Karfreitag nach dem Krudum ging, um Holz zu sammeln. Sie hatte ihr kleines Kind mitgenommen, damit es zu Hause nicht einen Schaden leide. Da sie zu einem Gestrüppe trat, sprang ein weißes, dreibeiniges Häschen heraus.

Verwundert sah das Weib dem seltsamen Tiere nach, staunte aber über alle Maßen, als sie zwischen den Bäumen ein prächtiges Haus gewahrte, in dessen offene Tür das Häschen flüchtete. Sie trat näher und sah, daß in der Toreinfahrt Fässer und Kisten voll Gold und Silber standen. Sie gedachte ihrer bitteren Not, setzte ihr Kind auf eine der Kisten und trug Gold und Silber hinaus, so viel als jedesmal die Schürze fassen konnte.

Sie machte einen Gang noch, um den Korb bis an den Rand zu füllen. Als sie aber von demselben zurückkehrte, war das Haus samt dem Kinde verschwunden. Wehklagend lief sie durch den Wald, suchend zwängte sie sich durch Bäume und Hecken, das Kind war und blieb verschwunden. Sie verwünschte Gold und Silber und hätte alles hingegeben, wenn sie ihr Kind hätte wieder haben können.

Es verging ein Jahr und das hartgeprüfte Weib ging wieder einmal nach dem Krudum. Da erschien an der selben Stelle wieder das dreibeinige Häschen und da stand auch wieder das prächtige Haus. Mit klopfendem Herzen trat das Weib in das Tor und zu ihrer unaussprechlichen Freude saß ihr geliebtes Kind an der selben Stelle, an die sie es vor einem Jahre gesetzt. Das mitgebrachte Gold schüttete sie eilig in die Fässer und eilte mit ihrem Kinde davon. Als sie aus dem Bereich des Waldes gekommen, fragte sie: „Mein liebes Kind, wer hat dich denn genährt und gepflegt?" „Ach, Mutter", sprach das Kind, „eine schöne, weiße Frau hat mich genährt und gepflegt."

Der Tichtelhof

Einstmals hatten es die Wegelagerer ausgeforscht, daß der Herr vom Tichtelhof, einem Rittersitze bei Schlaggenwald, sich zu einem Feste begeben hatte. Sie drangen in den Hof, plünderten ihn, erschlugen die zu Hause gebliebene Tochter, des Ritters einziges Kind, und warfen den Leichnam in einen Schacht. Dann schritten die Räuber zur Teilung ihrer Beute, gerieten dabei in Streit und Rauferei, bei der nur einer übrig blieb. Der Besitzer des Tichtelhofes verzog sich und sein Anwesen verfiel. Der Leichnam der Ermordeten wurde später aufgefunden und bestattet, aber ihr Geist geht noch immer um. Da sie die letzte ihres Stammes war, mußte sie als weiße Frau an der Stelle des

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