Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 120
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Velikonoční poselství: „Nebojte se, byl vzkříšen!"

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unseren Lesern Frohe Ostern!

Wie vorbildlich haben sich doch unsere Landsleute angesichts der Prager Ereignisse gehalten. Helfende Liebe und auch nach dem 21. August keine Schadenfreude, sondern echt christliche Haltung, die das Böse durch das Gute überwinden will und auch weiterhin die bedrängten Glaubensbrüder in der alten Heimat nicht vergißt. Das ist der Geist des Auferstandenen. Möge er uns und denen in unserer alten Heimat zu Ostern wieder in reichstem Maße geschenkt werden. So wird trotz allem der Boden für eine echte Versöhnung der Völker bereitet, die wir alle herbeisehnen.

Mit dem Wunsche viel österlicher Freude und wahren Friedens im Herzen grüßt und segnet Euch in heimatlicher Treue und Verbundenheit

Euer † Adolf Kindermann, Weihbischof
624 Königstein (Taunus)

Velikonoce kdysi doma

Ostern einst daheim
Ostern einst daheim

Wenn in unserer neuen Heimat die Glocken das Osterfest einläuten, dann denken wir unwillkürlich auch an den Glockenklang unserer Schlaggenwalder St. Georgskirche. Wir sehen wieder in der Grotte das heilige Grab mit seinen vielen bunten Lämpchen, wir sehen den feierlichen Umzug zur Auferstehung, an dem früher auch die Vereine teilnahmen, so der Schützenverein mit der Schützenmusik, der Veteranenverein, die Feuerwehr usw. Wir hören in der Karwoche das Geklapper der Ratschenbuben und nach der Auferstehung das Gekrach der „Schlüsselbüchsen". Das Hantieren mit so einer Schlüsselbüchse machte den damaligen Buben die gleiche Freude wie der heutigen Jugend die Feuerwerkskörper. Für die Osterfeiertage gab es auch einen besonderen Kuchen: den Osterlaib, ein Gebäck aus Hefeteig, das die gleiche runde Form wie ein Brotlaib hatte.

Gab es zu Ostern schönes Wetter, so wurden nach der langen Winterszeit die ersten ausgedehnten Spaziergänge in die Natur unternommen, um sich am ersten Grün zu erfreuen und dem Gesang der zurückgekehrten Singvögel zu lauschen. Vor allem die Kinder freuten sich, daß sie sich nun wieder ihren Spielen im Freien hingeben konnten.

Viele liebe Erinnerungen sind mit dem Osterfest in der alten Heimat verbunden. Wer könnte diese Erinnerungen wegwischen? Unser heutiges Leben wäre trotz des erreichten materiellen Wohlstandes innerlich arm, hätten wir diese Erinnerungen nicht, die uns in den ersten Jahren nach der Vertreibung die Kraft zum Durchhalten und zum Neuaufbau gaben.

Marterer

Beachtet bitte den beiliegenden Prospekt

über sudetendeutsche Heimatbücher, die vom Heimat-Verlag Rudolf Marterer, 852 Erlangen, Paulistraße 12, zu beziehen sind.

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