Es wurde viel „gehamstert", die Lebensmittelnot in den Städten wurde immer größer, die Reisenden mußten durchs Fenster, weil alle Türen der Eisenbahnwaggons mit Säcken verstellt waren. Getreide-Requirierungen mit dem Tepler Kommissar waren stets kritische Probleme. Vorsteher Josef Hanika legte im Jahre 1916 sein Amt krankheitshalber nieder, sein Nachfolger Wilhelm Dutz war dickfelliger und trat dem Kommissar mit schelmischem Lächeln entgegen. Dies hat ihm nicht bekommen und er blieb künftig in Tepl. In den Jahren 1915 bis 1918 wurde von Schuhmachermeister Franz Richter der Mautkreuzer eingehoben.
Gegen Kriegsende sind in den Monaten Oktober und November 1918 innerhalb von zwei Wochen zehn erwachsene Personen an einer Grippe-Epidemie gestorben. Insgesamt hat die Ortschaft Töppeles im ersten Weltkrieg 18 Gefallene zu beklagen. Anfangs November 1918 kamen die ersten Soldaten von der Ost- und Südfront nach Hause. Der Bahnhofswartesaal war stets gefüllt von Angehörigen und Bekannten dieser Heimkehrer aus Töppeles und den Nachbargemeinden und erwarteten mit Sehnsucht das Eintreffen des letzten Zuges, gegen 23 Uhr von Marienbad kommend. Es stiegen immer Heimkehrer aus, die von Neuigkeiten mit Begegnungen von anderen Landsern ihrer Einheiten zu berichten wußten und eine dankbare Zuhörerschaft fanden. Am 14. Dezember 1918 wurde unser Ort von tschechischem Militär besetzt. Sie marschierten am 5. Dezember von Marienbad ab, es war ein langsames Vortasten, und trafen am 18. Dezember in Karlsbad ein. Widerstand gab es keinen, höchstens Neugierde. F. Sch.
Amtsrat und Alt-Bürgermeister Fritz Finsterer †
Amtsrat und Alt-Bürgermeister Fritz Finsterer †
Am 11. Feber 1969 verschied der Alt-Bürgermeister unserer Patenstadt Auerbach, Fritz Finsterer, im Alter von 72 Jahren. Mit der Familie und der Bürgerschaft von Auerbach trauern auch die Schlaggenwalder Patenkinder um den Heimgegangenen, der sich als amtierender Bürgermeister nicht nur voll und ganz für das Wohl seiner Stadt eingesetzt hat, sondern der auch den Schlaggenwalder Patenkindern von ganzem Herzen zugetan war.
In seine Amtszeit fiel im Jahre 1956 die Patenschaftsübernahme der Stadt Auerbach über die Stadt Schlaggenwald und ihrer vertriebenen Bürger. Beim feierlichen Festakt der Patenschaftsübernahme am 11. August 1956 rief uns der 1. Bürgermeister Fritz Finsterer in seiner zu Herzen gehenden Ansprache zu: „Fühlt Euch in Auerbach wie zu Hause!" Das waren keine leeren Worte, denn in den Jahren nachher zeigte er immer wieder seine Sympathie für die Schlaggenwalder. Er dachte bei jedem festlichen Anlaß an seine Patenkinder und besuchte uns auch bei den Treffen in Goldbach und Nürnberg.
Mit seinem Heimgang haben die Schlaggenwalder einen aufrichtigen und guten Freund verloren, dem wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren werden.
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