10 Jahre Patenschaft Auerbach-Schlaggenwald
Vor 10 Jahren hat der Stadtrat der Bergstadt Auerbach in der Oberpfalz in seiner Sitzung am 19. Januar 1956 einstimmig beschlossen, die Patenschaft über die Bergstadt Schlaggenwald im Egerland zu übernehmen. Der feierliche Festakt der Patenschaftsübernahme fand am 11. August 1956 im Pfarrsaal von Auerbach statt. An dieser Feier, die mit dem 6. Schlaggenwalder Heimattreffen verbunden war, nahmen rund 1100 Landsleute teil! Die erhebenden Stunden an jenem Samstagabend vor 10 Jahren sind wohl allen Besuchern unvergeßlich geblieben. Der Name „Schlaggenwald" hat an jenem denkwürdigen Abend eine neue Auferstehung erlebt. Wir Schlaggenwalder hätten keine bessere Patenstadt finden können, denn Auerbach ist eine Bergstadt wie Schlaggenwald, hinzu kommt noch der fast gleiche Dialekt der Auerbacher und Schlaggenwalder Bürger. Ebenso weist die geschichtliche Entwicklung der beiden Bergstädte manche Parallelen auf.
Dies alles und nicht zuletzt die herzlich gehaltene Ansprache, die der damalige 1. Bürgermeister von Auerbach, Fritz Finsterer, bei der Patenschaftsübernahme hielt, wobei er uns zurief: „Fühlt Euch in Auerbach wie zu Hause!", gab uns die beglückende Gewißheit, daß wir in Auerbach einen Ort gefunden haben, in dem wir mit ganzem Herzen daheim sein können. Immer wieder konnte ich später von Landsleuten hören, daß sie in Auerbach eine heimatliche Atmosphäre umfängt, die sie sonst nirgends vorfinden. Damit ist wohl das beste Lob über unsere Patenstadt ausgesprochen.
Inzwischen sind 10 Jahre ins Land gegangen, die in unserer schnellebigen Zeit wenig bedeuten, die aber doch einen Prüfstein für die Patenschaft abgeben. Mit Freude können wir feststellen, daß das Patenschaftsverhältnis nicht platonisch blieb, sondern immer wieder mit Leben erfüllt wurde. So haben wir uns während der vergangenen 10 Jahre mehrmals in der Patenstadt Auerbach zu größeren Treffen eingefunden, die uns nicht nur frohe Stunden des Wiedersehens mit Landsleuten bescherten, sondern die auch die Menschen der beiden Bergstädte einander näherbrachten..
An der Verlebendigung des Patenschaftsverhältnisses hatte besonders der 1. Bürgermeister von Auerbach, Fritz Finsterer, großen Anteil. Er zeigte sich immer wieder als ein Freund der Schlaggenwalder, denen er von Herzen zugetan war. Ich erinnere daran, daß er uns auch bei den Treffen in Goldbach und Nürnberg besuchte und uns die Grüße der Patenstadt überbrachte. Er dachte bei jedem festlichen Anlaß an seine Patenkinder und vergaß auch unsere Ostspende nicht. Da er im Frühjahr aus dem Amt geschieden ist, spreche ich ihm auch an dieser Stelle im Namen der ehemaligen Bewohner des Schlaggenwalder Kirchsprengels, für seine Unterstützung und seine Verbundenheit mit uns den allerherzlichsten Dank aus. Möge ihm ein recht langer und schöner Lebensabend beschieden sein. Daß er uns nach wie vor in Freundschaft zugetan bleibt, freut uns besonders.
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