Neue Bücher
Du Land meiner Kindheit. Sudetendeutsche Dichter erzählen aus ihrer Kinderzeit. Herausgegeben von Erhard J. Knobloch. 208 Seiten, illustriert, Leinenband 12,80 DM. Aufstieg-Verlag, München. Zu beziehen durch den Schlaggenwalder Heimatbrief, Erlangen. — Im Zauber der Kindheitserinnerungen vieler bekannter Dichter steigt das Bild der Heimat leuchtend empor. Mit Beiträgen von Bruno Brehm, Emil Franzel, Gertrud Fussenegger, Marie von Ebner-Eschenbach, Margareta Kubelka, Leo Hans Mally, Roderich Menzel, Emil Merker, Josef Mühlberger, Franz Spunda, Adalbert Stifter, Karl Hans Strobl, Hans Watzlik und anderen. In den kleinen Erlebnissen, Abenteuern und Erfahrungen der Kinderzeit wird jene Geborgenheit spürbar, die der Mensch späterhin immer meint, wenn er von seiner Heimat spricht. Ein Buch, das liebe Erinnerungen an die eigene Kindheit weckt. M.
Ein fröhlich Herz, ein friedlich Haus. Hausspruchdichtungen aus der Sammlung von Josef Hofmann, ausgewählt und neu an den Tag gegeben von Otto Zerlik, geschmückt mit 7 Holzschnitten von Ludwig Richter. 88 Seiten, kartoniert 3,90 DM. Aufstieg-Verlag, München. Zu beziehen durch den Schlaggenwalder Heimatbrief, Erlangen. — Die in dieser Sammlung enthaltenen Hausinschriften und Sprüche in Mundart und Hochdeutsch geben Zeugnis von der Vielfalt und Eigenart der deutschsprachigen Länder, von Lebensweisheit und Volkshumor. Ein heiter-besinnliches, reizendes und preiswertes Geschenkbändchen. M.
Die Buben von der Geyerflur. Ein Jugendbuch von Hans Watzlik. Schön illustriert, bunter Glanzeinband 8,50 DM. Aufstieg-Verlag, München. Zu beziehen durch den Schlaggenwalder Heimatbrief, Erlangen. — In diesem heiteren, abenteuerlich bunten Jugendbuch erzählt der bekannte Böhmerwalddichter die Geschichte eines Feriensommers dreier Buben im sagenumwobenen Böhmerwald. Die geheimnisvollen Wälder, der Bergsee, das alte Landhaus, eine verwilderte Sandgrube und das verfallende Bergwerk verlocken zu immer neuen Abenteuern und Streichen. Ein Buch, das sicher alle jungen und junggebliebenen Bücherfreunde begeistern wird und ihnen die Heimat neu erschließt. M.
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Flücht-
linge aus Galizien wurden in den Sälen der beiden Gasthäuser (Haus Nr. 2 und Haus Nr. 40) einquartiert. Wiederum Besitzwechsel der Porzellanfabrik: Franz Ruß verkaufte an Anton Grosse, Chodau. Franz Ruß nahm seine Frau Anna, geb. Dietl (Haus Nr. 38), nach Schönfeld mit. Die Porzellanfabrik firmierte als offene Handelsgesellschaft: Anton Grosse & Co., und wurde im Jahre 1920 in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Darüber mehr in der fünften und letzten Stufenentwicklung.
Neueröffnung des vierten Kaufladens im Ortsteil „Üwarn Wassa" durch Frau Wopat in ihrem Neubau Nr. 49. Nicht vergessen wollen wir Schmiedemeister Köhler, der ebenfalls „Üwarn Wassa" eine gutflorierende Schmiederei noch kurz vor dem Kriege eröffnete. Auch an die zwei Flaschenbierhandlungen Richard Ullmann (Haus Nr. 31) und Emma Frank (Haus Nr. 35) soll erinnert werden. Großer Aufschwung und Bauerweiterungen der Porzellanfabrik. Wer erinnert sich noch an den täglichen Postwagen nach Schlaggenwald mit Kutscher Stowasser und an den Fabrikskutscher Dürrschmidt? 1916 großes Militärbegräbnis des gefallenen Franz Heinrich (Haus Nr. 2), übergeführt aus dem mährischen Kriegslazarett Meseritsch. Im gleichen Jahr Gemeindevorsteherwechsel. Josef Hanika (Haus Nr. 6) trat wegen Krankheit zurück. Wilhelm Dutz (Haus Nr. 27) wurde neuer Vorsteher. Mir sind jetzt noch die unerträglichen Getreideablieferungen nach vorangegangener Requirierung durch Kommissar Mattusch aus Tepl in unangenehmer Erinnerung. Ebenso die monatlichen Verwundeten- und Gefallenenlisten des Roten Kreuzes. Die Hamsterer, von Karlsbad kommend, verließen am Töppeleser Bahnhof den Zug und wanderten nach den umliegenden Ortschaften weiter. 1917 Rücktransport der Flüchtlinge, die beiden Säle waren für die Jugend frei, auch darüber habe ich bereits in einigen Fortsetzungen berichtet.
Beim Kriegsausbruch mit Italien im Jahre 1915 konnte der auf Urlaub weilende Ingenieur de Stefanis mit seiner Frau noch die Heimfahrt nach Italien antreten. Seine sechs Kinder blieben bei den Großeltern (Haus Nr. 38) zurück. Erst 1919 fuhren Berto, Milo und Pepo nach Italien heim. Baldo, Rino und Theres blieben für ständig in Töppeles. Mit dem Sterben von zehn Bewohnern im besten Alter an der damals noch wenig erforschten Grippe ging es dem Kriegsende entgegen. Die guten Predigten des Dechanten Emanuael Hoyer an den offenen Gräbern bleiben mir unvergeßlich. 20 Gefallene hatte Töppeles im Ersten Weltkrieg zu beklagen.
Nachruf. Nach einem arbeitsreichen Leben entschlief allzufrüh am 11. Feber 1966 Frau Anna Kauer, geb. Hamernik, wohnhaft in Memmelsdorf über Bamberg, im Alter von 64 Jahren. Ihr Vater Heinrich Hamernik (1871—1930) war bis zu seiner Pensionierung Mitte der zwanziger Jahre Stationsdiener in Töppeles, die Mutter Anna Hamernik, ledige Breitfelder, geboren am 20. August 1878 in Töppeles, befindet sich im Bürgerheim in Dingolfing. Die Verstorbene hatte eine Darmoperation gut überstanden, doch kam eine durch ihre Berufskrankheit (Staublunge) bedingte Kreislaufstörung hinzu, das Herz wurde schwer belastet und dies war der eigentliche Grund ihres frühen Ablebens. Zur Zeit der Postkutsche Töppeles — Schlaggenwald (1905 bis 1918) brachte sie dreimal täglich die Bahnbriefpost in die Häuser. Die heutige ältere Generation kann sich noch gut an die emsige und stets freundliche Postbotin erinnern: wer hätte in den Jahren des ersten Weltkrieges nicht der täglichen Post mit Freude und Sehnsucht entgegengesehen.
Landsmännin Anna Kauer war schon seit frühester Jugend in der Porzellanbranche beschäftigt. Diese Berufstätigkeit übte sie auch in der neuen Heimat aus. Wegen ihrer Staublunge wurde sie frühzeitig mit einer Rente bedacht. Als ich die Verstorbene im Jahre 1964 nach rund 40 Jahren beim Treffen in Auerbach erstmals wiedersah, war ihre Freude über die Begegnung mit so vielen Töppeleser Landsleuten groß. Sie sah noch blühend aus und niemand hätte damals ihren frühen Tod zu ahnen gewagt. Nach dem persönlichen Befinden gefragt, gab sie mir folgendes bekannt: Ich habe einen guten, braven Mann und drei Kinder, die mir viel Freude bereiten. Ferner besitzen wir ein schönes Zweifamilien-Haus.
Und wie geht es deinen Geschwistern? Schwester Frieda, verehelichte Wettengel, geboren 1899, ist am 21. Feber 1931 in Töppeles gestorben. Von meinen fünf Brüdern wohnt der älteste, das ist der Anton (geboren 1904), in Dingolfing. Auch Josef, Hugo und Otto leben in Bayern, haben schon gut versorgte Kinder, zum Teil eigene Häuser, und sind alle recht zufrieden. Nur der jüngste Bruder ist noch ledig und wohnt in Leonberg. Heute geht es uns wirtschaftlich besser, daheim hatten wir es viel schwerer, aber Töppeles bleibt uns allen unvergessen. Das waren ihre letzten Worte bei der Verabschiedung in Auerbach. Es entging mir nicht, wie sie zum Taschentuch greifen mußte.
Neben ihrem Gatten Anton Kauer (pensionierter Eisenbahner) trauern ihre schwergeprüfte, hochbetagte Mutter und drei Kinder Anna, Walter und Margit mit den Enkelkindern. Ihnen allen gilt unsere herzliche Anteilnahme zu dem schweren Verlust.
Franz Schuster
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