Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 111
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Ročník 1906 – silný chlapecký ročník ze Horního Slavkova

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wir 1906 Geborenen heuer das 60. Lebensjahr. Aus diesem Anlaß rufe ich daher alle aus Schlaggenwald stammenden männlichen und weiblichen Angehörigen des Geburtsjahrganges 1906 zu einem Beisammensein im Rahmen unseres Schlaggenwalder Treffens auf, das am 6. und 7. August 1966 in Nürnberg stattfindet (siehe Seite 3). Kommt bitte recht zahlreich!

Als wir „Sechser" das Licht der Welt erblickten, brannten in Schlaggenwald am Abend in allen Häusern noch die Petroleumlampen, denn die elektrische Beleuchtung wurde in Schlaggenwald erst im Jahre 1910 durch den Lederfabrikanten Franz Roßmeissl eingeführt. Aber sonst war man mit der Technik um diese Zeit schon weit vorangekommen. Bereits 1900 erhob sich der erste Zeppelin in die Lüfte und 1905 hatten die Gebrüder Wrigth den ersten Motorflug ausgeführt. Auch die drahtlose Telegraphie und Telephonie bestand 1906 schon einige Jahre. Und zu diesem Zeitpunkt waren es bereits 5 Jahre, seit die Schlaggenwalder von ihrem eigenen Bahnhof aus mit dem Zug fahren konnten.

Die Operettenstadt Wien hatte Hochkonjunktur. Denn um diese Zeit entstanden viele Operetten, so 1905 „Der liebe Augustin", 1907 „Der fidele Bauer" und 1908 „Die Dollarprinzessin" von Leo Fall, während von Franz Lehár „Die lustige Witwe" 1905 und „Ein Walzertraum" von Oskar Strauß 1907 ihre Erstaufführungen erlebten. Paul Lincke wiederum kam 1906 mit seiner erfolgreichen Operette „Berliner Luft" heraus. Der berühmte und beliebte deutsche Weltmeister im Boxen, Max Schmeling, war 1906 gerade ein Jahr alt, und Konrad Adenauer erreichte 1906 sein 30. Lebensjahr, ohne zu ahnen, daß er 43 Jahre später vom Schicksal als erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ausersehen war. Schließlich haben wir unter den profilierten Politikern einen Altersgenossen, nämlich Herbert Wehner, der 1906 in Dresden zur Welt kam.

Die „Sechser" wurden in eine Zeit hineingeboren, die keineswegs so friedlich und ruhig war, wie sie uns immer geschildert wird. Schlagen wir doch einmal die Annalen auf: 1904—1905 Russisch-japanischer Krieg und erste russische Revolution, 1906 Marokko-Krise, 1908 schwere Krise infolge Annexion Bosniens und der Herzegowina durch Österreich-Ungarn, 1911—1912 Italien annektiert im Krieg gegen die Türkei Tripolis und die Cyrenaika, 1912 erster Balkankrieg, 1913 zweiter Balkankrieg. Im Jahre 1907 entstand die Triple-Entente zwischen Frankreich, England und Rußland. Damit war Deutschland eingekreist und man wartete nur auf eine günstige Gelegenheit, um gegen das mächtig gewordene Deutsche Reich losschlagen zu können.

Niemand ahnte, welch verheerendes Unwetter sich über Europa zusammenbraute. Am allerwenigsten die „Sechser", die noch in den Windeln lagen und zufrieden an ihrem „Zumml" (Schnuller) saugten. Doch die Jahre vergingen und eines Tages, es war der 16. September 1912, mußten die Schlaggenwalder „Sechser" ihren ersten Weg ins wirkliche Leben antreten, nämlich in die Schule. Über die Schulzeit und das Leben dieses Jahrganges nachher berichte ich im nächsten Heimatbrief, wobei auch ein aufschlußreiches Foto gezeigt wird.

(Schluß folgt)

Warum?

Ja, warum hast Du, lieber Landsmann und liebe Landsmännin, noch keinen Heimatbrief-Bezieher gewonnen?

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