Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 111
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Život v Gfellu – vzpomínka na dění v obci (8. pokračování)

Das Leben in Gfell — Ein Rückblick auf das Dorfgeschehen (8. Fortsetzung)

Das Leben in Gfell

Ein Rückblick auf das Dorfgeschehen

Von Emma Schuster †, Gfell/Kaufbeuren-Neugablonz

8. Fortsetzung

In Gfell waren drei Gasthäuser, eines davon mit Tanzsaal, ein Kaufladen, ein Schuhmacher, ein Schmied, ein Wagner, eine Kunstmühle, zugleich Brotbäckerei, ein Sägewerk mit Holzwolleerzeugung, eine Tischlerei und ein Elektrounternehmen. Die drei Gastwirte waren Mitglieder beim Verband des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. Die Autorengebühren für Musikdarbietungen mußten an die STAGMA abgeführt werden, während die Bewilligung für Tanz- und sonstige Veranstaltungen, sowie für die Überschreitung der polizeilichen Sperrstunde, beim Landratsamt in Elbogen einzuholen war.

Nun zu den Gfeller Landsleuten, die in der Welt draußen durch Fleiß und Tüchtigkeit hochgekommen sind und ihr Glück gefunden haben. Aus dem Anwesen Nr. 53 (ban Wolfn) ist der Sohn Josef Jessl, der gelernter Kaufmann war, im Jahre 1905, und später im Jahre 1912 sein Bruder Max Jessl, der das Tapezierer- und Sattlerhandwerk erlernt hatte, nach Amerika ausgewandert. Ich kann mich noch heute daran erinnern, wie der Schulleiter Emanuel Axmann vom Farmer Josef Jessl aus Amerika verschiedene Exemplare der Baumwollpflanze geschickt bekam, die dann in einem Schaukasten, der an der Wand im Schulzimmer hing, zu sehen waren.

Der Bruder Karl Jessl wiederum zog es im Jahre 1908 vor, seinen Beruf als Kellner in England (London) auszuüben. Er war zuletzt Kaufmann und Erdbeerfarmer in Romsay-London. Sein einziger Sohn Charly Jessl, der den Großteil seiner Kindheit in Gfell verbrachte und auch hier zur Schule ging, übernahm später den väterlichen Besitz.

Etliche Maurer, Maler, Zimmerleute und Kellner aus Gfell gingen während der Saison nach Sachsen, hauptsächlich nach Chemnitz und Leipzig. Man nannte diese Leute Sachsengänger. Im Jahre 1905 übersiedelte der Müller Anton Frisch mit seiner kinderreichen Familie von Birk nach Gfell und übernahm hier die „Kohlmühle". Frau Frisch war eine Schwester des vorherigen Besitzers Tächl. Wie es leider so oft im Leben ist, verlor die Familie Frisch nach wenigen Jahren den Ernährer. Die beiden ältesten Söhne Josef und Ernst, kaum der Schule entwachsen, mußten nun die Sorgen mit der Mutter teilen. Das machte sie bald lebensreif. Sie verheirateten sich in jungen Jahren und verstanden es, trotz der Rückschläge durch zwei Brände das Anwesen wieder hochzubringen und musterhaft zu führen.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde von dem Müller Josef Frisch das alte Mahlwerk durch eine moderne Kunstmühle ersetzt und später noch die Bäckerei eingeführt. Der zweite Bruder Ernst Frisch, dem das Sägewerk gehörte, nahm die Erzeugung von Holzwolle auf. Beide Betriebe entwickelten sich sehr günstig. Der dritte Bruder Franz gründete in Gfell ein elektrotechnisches Unternehmen. Im Vereins- und Gesellschaftsleben waren die „Kohlmüller" sehr beliebt und immer die ersten am Platze. Ernst und Josef als lustige Sangesbrüder vom Männergesangverein Töppeles trugen wesentlich zur guten Stimmung und zum Gelingen mancher Veranstaltung bei.

Karl Schöberl, der die Königsberger Fachschule für Möbelindustrie absolvierte, hat sich nach seiner Verheiratung eine eigene Tischlerei mit modernen Maschinen eingerichtet. Auf Grund der meisterlichen Tüchtigkeit des Inhabers war dieser Betrieb sehr leistungsfähig. Franz Weinhart, der als Schuhmacher anscheinend das berufliche Fingerspitzengefühl von seinem Vater erbte, war vor allem als Fachmann für die Anfertigung schöner Stiefel bekannt. Sein musikalisch begabter Sohn Franz, der uns leider durch einen tödlichen Verkehrsunfall viel zu früh entrissen wurde, hat den Marsch „Der Heimat die Treue" komponiert, der beim Heimattreffen in Roßhaupten uraufgeführt wurde, wobei der Komponist selbst dirigierte. An dieser Stelle wollen wir noch einen auf musikalischem Gebiet versierten Gfeller nennen, und

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