Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 110
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Dělnický tělocvičný a pěvecký spolek „Eintracht" v Horním Slavkově

Der Arbeiter-Turn- und Gesang-Verein „Eintracht" in Schlaggenwald

Nach Aufzeichnungen von Anton Hofmann, Karl Kämpf, Fritz Eckl und eigenen Unterlagen bearbeitet von Rudi Marterer

2. Fortsetzung

Als nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie im Jahre 1918 das sudetendeutsche Siedlungsgebiet der neugegründeten Tschechoslowakei einverleibt wurde, mußten sich auch die sudetendeutschen Vereine eine neue Dachorganisation schaffen. Für die sudetendeutschen Arbeiter-Turnvereine entstand im März 1919 in Aussig der „Arbeiter-Turn- und Sportverband für die Tschechoslowakische Republik", kurz ATUS genannt, dem auch der Arbeiter-Turn- und Gesang-Verein „Eintracht" in Schlaggenwald angehörte. Den Aufschwung, den die Arbeiter-Turnbewegung in den folgenden Jahren nahm, konnte man auch in Schlaggenwald beobachten.

So stellte das 15jährige Gründungsfest des Schlaggenwalder Vereins einen turnerischen Höhepunkt dar. Dieses Fest fand am 11. und 12. August 1923 in Verbindung mit der Enthüllung der Vereinsfahne statt. Zum Begrüßungsabend am Samstag hatten sich zahlreiche Gäste eingefunden, die den großen Saal im Hotel „Zum roten Ochsen" bis auf das letzte Plätzchen füllten. Der Festsonntag wurde mit Böllerschüssen und einem Weckruf durch die Stadtkapelle eingeleitet. Anschließend Wetturnen und um 11 Uhr vormittag erfolgte die Fahnenenthüllung, bei der Frau Barbara Eckl (die Mutter von Eckl Fritz) Fahnenpatin war. Nach dem Festzug, an dem mehrere auswärtige Vereine teilnahmen, wechselten am Turnplatz turnerische Vorführungen und sonstige Darbietungen einander ab. Diese Veranstaltung kann mit zu den schönsten Festen gezählt werden, die in Schlaggenwald abgehalten wurden.

Die beiden nebenstehenden Bilder zeigen Ausschnitte aus dem Festzug. Auf dem oberen Bild sehen wir rechts vorn die Stadtkapelle und dahinter die Turnerinnen. Auf dem zweiten Bild marschiert die Kindergruppe (Schüler und Schülerinnen), geführt von Grill Willi. Daneben erkennen wir den damaligen Stadtpolizisten Franz Stowasser. Der Festzug bewegt sich auf beiden Bildern vom Marktplatz kommend beim Konsum vorbei. Wehmütig denken wir an jenes festliche Geschehen vor 43 Jahren zurück, von dem uns nur die Erinnerung geblieben ist.

Ein Jahr später, vom 9. bis 11. August 1924, also fast auf den Tag genau, fand dann in Karlsbad das 1. Bundes-Turnfest statt, bei dem die Schlaggenwalder Turner sehr gut abschneiden konnten. Darüber wird im nächsten Heft ausführlich berichtet.

(Fortsetzung folgt)

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