Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 110
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Co se turistům v ČSSR neukazuje – téměř 500 sudetoněmeckých obcí vymazáno z mapy

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zunehmendem Tourismus aus den westlichen Ländern zu Zeugen einer Anklage gegen das kommunistische Regime entwickelt. Um den westlichen Touristen diese steinernen Zeugen eines Kulturvandalismus künftig nicht mehr bieten zu dürfen, läßt man jetzt diese Kirchen und Kapellen kurzerhand abreißen. Dagegen sind die staatlichen Stellen sehr bemüht, bekannte Sakralbauten mit kunsthistorischem Wert zu erhalten und zu restaurieren.

Dennoch läßt sich der Verfall und die Verwüstung im ehemaligen sudetendeutschen Gebiet nicht vertuschen. Aber der Strom der Touristen wälzt sich vorwiegend in Richtung Prag, in die Kurorte oder ins Gebirge. Welcher Westtourist will schon mit seinem Wagen auf schlechten Nebenstraßen in die Verödungsgebiete fahren? Mit schmalziger Stimme werden in der deutschen Sendung des Prager Rundfunks die böhmischen Burgen und Schlösser, die stillen Wälder und vor allem das goldene Prag als Touristenattraktion angekündigt.

„In unseren Wäldern finden Sie keine Verbotsschilder, denn bei uns gibt es keinen Privatbesitz", erklärte unlängst eine tschechische Rundfunksprecherin. Eine etwas kühne Behauptung, die nicht stimmt. So steht der Wanderer, der den Kaiserwald durchqueren will, nach kurzer Zeit vor einem Schild: „Achtung! Militärisches Sperrgebiet! Betreten verboten!" Mitten im Kaiserwald befindet sich nämlich eine Radiostation der tschechischen Armee. Derartige militärische Sperrgebiete gibt es allenthalben im ehemaligen sudetendeutschen Siedlungsgebiet. Noch manche kühne Behauptung der staatlichen Touristenwerbung könnte man widerlegen.

Auch die meisten bundesdeutschen Journalisten und Rundfunksprecher, die in Scharen in die volksdemokratische Tschechei pilgern, sind in ihren Berichten voll des Lobes über das goldene Prag, über die Gastfreundschaft der Tschechen, über die Schönheiten des Landes. Doch über die Zustände im Sudetengebiet berichten sie so gut wie nichts. Wozu auch? Es waren ja bloß die bösen Sudetendeutschen, die hier von Haus und Hof vertrieben wurden. Mit diesem heißen Eisen kann man in der Bundesrepublik nur die Finger verbrennen. Daher faßt man es am besten gar nicht an. Marterer

„Das Recht wird siegen"

XVII. Sudetendeutscher Tag

17. - 19. Juni 1966 München

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