Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 110
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 4
Co se turistům v ČSSR neukazuje – téměř 500 sudetoněmeckých obcí vymazáno z mapy

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

den kleineren Teil der genannten Orte. Die weitaus meisten Ortschaften konnten nach der Vertreibung der Sudetendeutschen von der Prager Regierung einfach nicht wieder besiedelt werden.

Dabei wurde es Neusiedlern wirklich leicht gemacht. Sie konnten sich die schönsten Anwesen aussuchen, erhielten sie mit dem zurückgelassenen Inventar der Vertriebenen fast für ein Butterbrot, bekamen billige Kredite für den Anfang. Doch kaum hatten sich die ersten Bewerber als „Neubauern" etabliert, als die Kolchosierung begann und der stolze Grundbesitzer sich plötzlich als Taglöhner auf einem Gemeinschaftsgut wiederfand, der für einen miserablen Lohn hart schuften und noch dazu den Mund halten muß. Kein Wunder also, daß sich viele Neusiedler wieder auf die Socken machten und verschwanden. Selbst großangelegte Werbekampagnen erbrachten nicht den Zuwachs, der für die Instandhaltung der vielen verlassenen Siedlungen erforderlich gewesen wäre. So kam das große Sterben über fast 500 Dörfer mitten im Herzen Europas. Es ist geradezu unvorstellbar, daß im 20. Jahrhundert in weiten Gebieten Mitteleuropas Verödungen eingetreten sind, wie einst nach dem Dreißigjährigen Krieg.

In unserem engeren Heimatgebiet sind folgende Orte verschwunden: im ehemaligen Gerichtsbezirk Elbogen: Dreihäuser, Gfell, Lauterbach Stadt und Sponsl; im ehemaligen Gerichtsbezirk Falkenau: Ebmeth, Frohnau, Kitzlitzdorf, Kohling, Liebau, Lobs, Löwenhof, Reichenbach, Schönbrunn, Schwand, Tiefengrün und Wöhr; im ehemaligen Gerichtsbezirk Petschau: Gabhorn, Obertiefenbach und Peschkowitz.

Neben den fast 500 total zerstörten Orten gibt es noch viele kleine und größere Ortschaften, die in ihrem Häuserbestand arg dezimiert sind und sich gerade noch mühsam am Leben erhalten. Besonders schlecht steht es mit den Gotteshäusern in unserer sudetendeutschen Heimat. Kirchen, Kapellen und Pfarrhäuser verfallen immer mehr und mehr, dies gilt auch für solche Kirchen, die im Innern noch gut erhalten sind, Baumaterialien und Arbeitskräfte fehlen oder werden nicht bewilligt. Vielfach versuchen die Priester selbst die Schäden zu beheben oder vorzubeugen, soweit es in ihren Kräften steht.

Im ehemaligen sudetendeutschen Siedlungsgebiet, das im Bereich der Diözesen Prag, Leitmeritz, Königgrätz, Budweis, Olmütz und Breslau (sudetendeutscher Anteil) liegt, sind 57 Kirchen und 15 Kapellen zerstört, 12 Kirchen und 1 Kapelle abgebrannt, 35 Kirchen und 13 Kapellen säkularisiert, das heißt sie dienen weltlichen Zwecken (z. B. als Lager- oder Veranstaltungsraum). Im Stadium des Verfalls befinden sich 19 Kirchen und 4 Kapellen. 85 Gotteshäuser sind also vollständig verschwunden, darunter viele im Egerland.

Vor kurzem wurde mit dem Abbruch von Kirchen und Kapellen begonnen, die in vielen Fällen ausgeraubt, mutwillig beschädigt und verunreinigt worden waren. Selbst von staatlicher Stelle hat man die durch diesen Vandalismus und durch Zerstörungen von Kunstwerken entstandenen Schäden auf viele Millionen Kronen geschätzt. Diese Kirchen hatten sich mit

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 4 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.