Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 94
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Ohlédnutí za Stuttgartem

Rückblick auf Stuttgart

Der Sudetendeutsche Tag 1963 in Stuttgart hat mit seinen 400 000 Teilnehmern wiederum der Weltöffentlichkeit jenes unfaßbare Phänomen gezeigt, daß 18 Jahre nach der Vertreibung die sudetendeutsche Volksgruppe als geschlossene und aktive Gemeinschaft vorhanden ist, die trotz fortgeschrittener wirtschaftlicher und politischer Eingliederung nicht daran denkt, auf die alte Heimat zu verzichten. Die Pfingsttage 1963 in Stuttgart haben bewiesen, welche Kraft in der sudetendeutschen Volksgruppe lebt und wie gegenwartsnahe sie diese in allen Kundgebungen, festlichen Veranstaltungen, Vorträgen und Reden ausstrahlte. Dazu haben auch die 90 000 Egerländer beigetragen, die in Stuttgart waren, darunter über 1000 Trachtenträger. Hervorzuheben ist vor allem die vorbildliche Disziplin während der Hauptkundgebung und nachmittags in den überfüllten Hallen. Bei 400 000 Teilnehmern, die in Stuttgart weilten, meldete die Polizei keine einzige Beanstandung und keinen einzigen Exzeß.

In den zahlreichen Ansprachen prominenter Redner kam immer wieder volles Verständnis für die Bestrebungen der Sudetendeutschen zum Ausduck. Der Verteidigungsminister Kai Uwe von Hassel überbrachte den Dank der Bundesregierung für die tatkräftige Mitarbeit der Sudetendeutschen beim wirtschaftlichen und kulturellen Aufbau der Bundesrepublik. Der bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel erwähnte in seiner Ansprache die Schirmherrschaft Bayerns über die Sudetendeutschen und die Hilfe der bayerischen Staatsregierung für die Erhaltung des Volkstums der Sudetendeutschen. Eine besonders markante Ansprache hielt Ministerpräsident Kiesinger von Baden-Württemberg, wobei er beschwörend ausrief: „Lassen Sie sich nicht irre machen durch die Satten und Trägen, durch die Gestrigen und Vorgestrigen, die immer noch nicht begriffen haben, um was es geht. Bleiben Sie die schöpferische Unruhe in unserem Volk! Zeigen Sie diesem Volk, daß wir noch die größten Aufgaben vor uns haben."

Das Motto „Freie Heimat — Geeintes Europa" des heurigen Sudetendeutschen Tages wurde vom Sprecher Dr. Seebohm in seiner großangelegten Rede mit treffenden Worten interpretiert. Er brachte ferner die Bedeutung der Pfingsttreffen der Sudetendeutschen klar und deutlich zum Ausdruck. Wer den Sudetendeutschen Tag besuche, könne sich überzeugen, daß diese Demonstration Hunderttausender nicht das Werk einiger Berufsflüchtlinge sein kann, sondern nur der ungebrochene Lebenswille einer ganzen Volksgruppe. — Die glanzvollen Tage von Stuttgart sind nun vorüber. An den Sudetendeutschen und ihren maßgebenden Persönlichkeiten liegt es jetzt, im Sinne der Parole von Stuttgart die Aufklärungsarbeit im In- und Ausland zu

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