Streifzüge durch die heimatlichen Wälder
Von Hermine Buchner, geborene Zhorzel
Wie schön war es doch daheim im Sommer, wenn wir Töppeleser Kinder nach Beeren oder Pilze in den Wald gingen. Ich denke da vor allem an dem „Hau" rechts vom Mühlbach in Richtung zum Stirner Berg, wo es sehr viele Walderdbeeren gab. Der Weg dahin war mit Ginster bewachsen, der um diese Zeit schon blühte. Meist war die Wettengel Hilda mit, die ihr Krüglein immer eher voll hatte als wir. Entweder hat sie fleißiger gepflückt oder wir haben mehr Erdbeeren gegessen. Unser Kännchen wollte und wollte einfach nicht voll werden; immer wieder schüttelten wir es, damit es nach mehr aussah. Zum Schluß brachten wir aber doch soviel heim, daß es für alle auf ein Erdbeerbrot zum Abendessen reichte.
Die Preiselbeeren holten wir im August auf der Hohen Rieß; dort gab es auch Schwarzbeeren (Heidelbeeren) in Hülle und Fülle. Schon der Weg hinauf am frühen Morgen war ein Erlebnis, wenn die ersten Sonnenstrahlen im nebelverhangenen Wald aufleuchteten, die Birken wie Silber schimmerten und mancher Hase aus seinem Bett aus trockenem Gras aufgescheucht wurde. Auch Rehe sahen wir, die erst verschwanden, wenn sie Witterung von uns bekommen hatten. Während der Mittagszeit sonnten wir uns auf einem der uralten Granitblöcke und genossen die Aussicht, die bis zur Ruine Engelhaus und den dunklen Wäldern Gabhorns reichte. Die feierliche Stille ringsum wurde nur vom Gesumm der Bienen im Heidekraut unterbrochen.
Schön war es auch am Vogelherd und dem Mühlberg gegenüber dem Gfeller Bahnwärterhaus und der Kohlmühle. Überall wuchs Heidekraut, dazwischen Preiselbeer- und Schwarzbeersträucher, Wacholderbäumchen und Birken, unterbrochen von Fichten- und Kiefernwaldungen. In das Bild dieser Landschaft gehört auch das reisigsammelnde Weiblein, das dann mit hochgeladenem Buckelkorb aus dem Wald trat und langsam nach Hause ging, wobei sie die schwere Last hin und wieder auf einem Straßenstein absetzte, um ein wenig auszuruhen. Kam die „Schwommazeit", dann ging es nach Pilze. Ich kannte mehrere Plätze, die ich fleißig aufsuchte, weil ich dort immer viele Steinpilze fand, so auf der Donawitzer Seite des Koppenberges, am Mühlberg und am meisten in den Ziegelhüttener Wäldern, zu denen der Zugang beim Gfeller Bahnwärterhaus aufwärts erfolgte. Ich erinnere mich noch an das besonders schwämmereiche Jahr 1914. Kam der Herbst, dann gings nach Hagebutten, die Ende Oktober reif wurden. Hier wußte ich ebenfalls einen Platz am Stirner Berg, wo es am Saum einer Waldwiese viele Sträucher mit großen Hagebutten gab. Es war dies überhaupt ein abgeschiedenes und ruhiges Plätzchen voller
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