Ein selten schönes Plätzchen
Dem kleinen Allisteiche gegenüber
Stand eine nur aus Holz gebaute Bank.
Wie schützend schwangen Äste sich darüber
Von alten grünen Fichten, hoch und schlank.
Ich habe oftmals unter diesen Bäumen
In ihrem kühlen Schatten ausgeruht.
Hier konnte man mit offnen Augen träumen
Geschützt vor blendend heißer Sonnenglut.
Die Wiese hinter diesem kleinen Teiche
Glich einem farbig bunten Blumenmeer,
Libellen schossen durch das Schilfgesträuche
Nach Beute jagend eifrig hin und her.
Von eines Baumes Wipfel klang hernieder,
Wie sanftes Flöten einer Amsel Sang,
Und jubelnd schmetterten die Lerchen Lieder,
Daß weit es durch die blauen Lüfte drang.
Zum Träumen war's ein selten schönes Plätzchen,
Vielleicht, daß jemand sich erinnern kann,
Wie er verliebt, mit seinem holden Schätzchen,
Auf diesem Bankerl Zukunftspläne spann.
Ein Luftschloß ist wohl mancher Plan geblieben,
Und auch das Bankerl dürfte kaum mehr stehn.
Wenn einst das Recht die Tyrannei vertrieben
Dann werden wir dies Plätzchen wiedersehn.
Schloßbauer
Das heutige Titelbild zeigt das Portal des Pflughauses Nr. 497 in der Hauptstraße (erbaut 1510). Letzter Besitzer war Fischer Richard, vormals Steinbach. Es gab in unserem Heimatort noch mehrere solche Häuser mit gewölbten und verzierten Haustoren, die dem Stadtbild ein mittelalterliches Gepräge gaben. Man bezeichnete daher Schlaggenwald mit Recht als die „Stadt der schönen Haustore". Auf einer Ansichtskarte waren sämtliche alten Portale abgebildet, die eine kunstvolle Gestaltung aufwiesen und von der Blütezeit unserer alten Bergstadt Zeugnis ablegten.
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