Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 93
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Krásné údolí Teplé

Das schöne Tepltal

Das heutige Titelbild zeigt uns aus der „Hubschrauber-Perspektive" das Tepltal zwischen Ziegelhütten und Töppeles. Ich glaube, daß gerade dieses Bild viele Landsleute innerlich ansprechen wird, da es uns ein schönes Stück unserer engeren Heimatlandschaft zeigt. Diese Aufnahme hat der Herausgeber des HB Mitte der dreißiger Jahre an einem schönen Sommertag gemacht, und zwar von der schwindelnden Höhe der steil abfallenden Talwand der „Hohen Rieß", des höchsten Berges (572 m) links der Tepl. Als ich diesen Aufnahme-Standort gefunden hatte, konnte ich mich nicht sattsehen an der Schönheit der unter mir liegenden Landschaft. Ich sah auf der Staatsstraße (Kaiserstraße) die Autos der Kurgäste wie Ameisen dahinkriechen, links nach Karlsbad und rechts nach Marienbad. Die Aufnahme selbst erfolgte, als gerade ein von Karlsbad kommender Personenzug diesen Talabschnitt passierte. Aus der Höhe glich der Zug einer Spielzeug-Eisenbahn. Das gewundene Band der Tepl ist durch das dunkle Ufergebüsch deutlich zu erkennen. Wir sehen die ebene Talsohle mit Wiesen (Wetschstuas Krümm) und die bewaldeten Berghänge, die das Tepltal säumen. Wirklich, es war schön, unser Tepltal. Und niemand ahnte damals, daß wir dieses Stück Erde, das uns Heimat war, einmal verlassen müßten. Ich schätze mich daher glücklich, daß ich mit meiner Kamera etwas von der Schönheit unserer Heimat für immer festgehalten habe. Dieses Bild wird bei vielen Lesern liebe Erinnerungen wachrufen, waren doch die Wälder am Saum des Tepltales nicht nur eine Schönheit für das Auge, sondern sie waren auch reich an Wild, Pilzen, Beeren und Blumen. Besonders im Waldgebiet der „hohen Rieß" fand man Maiglöckchen, Maimorcheln, prächtige Steinpilze, Himbeeren, Preisel- und Schwarzbeeren in rauhen Mengen. So soll das Titelbild des heutigen Heimatbriefes eine Mahnung für uns alle sein, der alten Heimat die Treue zu bewahren!

M.

Daleký výhled z Krudumu

Fernblick vom Krudum

Das landschaftliche Merkmal unserer Heimat ist der Höhenzug des Kaiserwaldes, der unser engeres Heimatgebiet im Westen begrenzt und nach seiner höchsten Erhebung Krudum genannt wird. Der Krudumberg selbst hat eine Höhe von 835 Metern. Das ganze Krudumgebiet ist reich an Sagen, die von unserem Heimatdichter Johann Hahn gesammelt und dichterisch gestaltet wurden.

Der Krudum mit seinem immergrünen Wälderkranz und seinen stillen Waldteichen war seit jeher ein beliebtes Ziel für Ausflüge und Wanderungen. Seit 1932 wird der Gipfel des Krudums von der Dr.-Kempf-Warte gekrönt, von der man einen herrlichen Fernblick nach Norden, Osten und Süden hat. Nur im Westen wird die Fernsicht durch Hochwald fast ganz behindert. Zwischen dem Grünseichlberg und dem niedrigen Brennberg bei Birndorf sieht man die Ortschaften Grasseth, Littmitz und Roßmeisl.

Genau im Norden liegt der Industrieort Neusattl, rechts daneben Grünlas, dahinter Chodau. Weiter bemerkt man in nördlicher Richtung die Ortschaften Wintersgrün, Doglasgrün, Griesbach und Dotterwies. Den Hintergrund bildet das Erzgebirge mit dem Peindlberg, Wölfling, Pleßberg, Keilberg und Kupferhügel. Im Nordosten haben wir den nicht allzu fernen Horner Berg vor uns, der durch seine tafelförmige Gestalt auffällt. Dahinter erblickt man die Vororte von Karlsbad (Meierhöfen, Fischern usw.) und die Karlsbader und Duppauer Berge.

[obr] Die Dr.-Kempf-Warte am Krudum

In östlicher Richtung sieht man den breiten, bewaldeten Ziegenrücken, der steil ins Zechtal abfällt, und die Ortschaft Poschitzau in einer Mulde. Schräg darüber in der Ferne Engelhaus und die Stifterwarte bei Karlsbad. Diesseits des Zechtales liegen auf der Höhe die Dörfer Höfen, Nallesgrün und Dreihäuser. Rechts von Poschitzau, fast genau im Osten, beherrscht die hochgelegene Schlaggenwalder Deka-
nalkirche mit ihrem Turm die Landschaft. Vom Ort selbst, der ja in einem Talkessel liegt, ist nur wenig zu sehen.

Im Südosten schimmern die Teiche oberhalb des Jahnheims. Noch weiter rechts in südöstlicher Richtung erhebt sich der 825 Meter hohe, bewaldete Spitzberg, der die Form eines Kegels hat. Vor ihm liegt der niedrigere Zankholzberg. Im Süden dehnen sich die Hochflächen von Lauterbach, dahinter sieht man den Wolfsberg bei Sangerberg und links einige Erhebungen des Tepler Hochlandes. Mit dem Fernglas kann man vom Krudum aus noch viel mehr Einzelheiten unserer näheren und weiteren Heimatlandschaft wahrnehmen. Das herrliche Panorama, das der Rundblick vom Krudum bietet, kann keiner vergessen, der es einmal gesehen hat.

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