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te. Es war für uns immer ein Fest, wenn der Honig geschleudert wurde. So manche Kostprobe wanderte zu Bekannten und Verwandten. Vom Bienenhaus aufwärts kam man in den Hof. Hier war das Brennholz für den Winter aufgestapelt. Wie oft halfen wir dem Vater beim Holzsägen, während das Reisighacken mehr Mutters Geschäft war. Wenn so ein Bündel Reisig in den Ofen wanderte, wurden die „gröin bochana Kniadla" noch einmal so knusprig. Zurück an der Nordseite des Schulhauses kam man auf den Turnplatz und den Weg zum Gartentürl. Rechts davon war der Gemüsegarten und die Baumschule.
Aus dem Garten durften wir, so lange wir klein waren, nicht heraus. Im Sommer trieb die Ritter Frieda allabendlich die Kühe am Zaun vorbei, den Hohlweg entlang auf die Weide. Wenn sie zurückkam, brachte sie uns manchesmal einen Strauß Wiesenblumen mit, gelber und roter Klee, Glockenblumen, Katzenpfötchen usw. Die hatten wir noch nie gesehen und freuten uns sehr darüber. Vom Fenster aus sahen wir den Schulkindern zu, wie sie kamen und wieder gingen, auf dem Turnplatz turnten oder der Lehrer auch Spiele mit ihnen veranstaltete, wie Dornröschen, die Brücke und als beliebtestes „Der Plumpsack geht um". Als später Lehrer Schrott kam — ein strammer Turner —, wurde am Barren und Reck geturnt; das haben wir dann auch fleißig geübt.
Unsere kleine Welt um das Schulhaus war nie langweilig. Oft stiegen Schlaggenwalder, die mit der Bahn von Karlsbad kamen, in Töppeles aus und zogen den Fußweg über den Kirchberg dem Bummelzug vor, der etwas später über den Stirnberg heraufgekeucht kam. War er dann oben, pfiff er regelmäßig, wie aus lauter Freude, daß er's jetzt geschafft hat. Einmal pfiff er auch in der Nacht, lange und unaufhörlich, bis endlich einige Leute zu Hilfe eilten und die Nachricht brachten, daß er entgleist ist. Es kam dabei jedoch niemand zu Schaden. Noch lange nachher wurde von diesem Ereignis gesprochen.
Besuche waren bei uns selten. Aber eines Tages schritt ein ganz berühmter Mann den Weg zum Schulhaus herauf. Es war der bekannte Heimatdichter Josef Hofmann. Als er uns Kinder sah, waren seine ersten Worte: „Wie die Orgelpfeifen stehen sie da am Fenster". Sein Anliegen betraf das Bild meiner Mutter in Alt-Egerländer Tracht, das er mit in sein Trachtenbuch hereinnahm. Als wir größer waren, konnten wir uns schon weiter vom Haus entfernen. Vor allem der Wald lockte uns immer wieder an. Doch darüber berichte ich im nächsten Heimatbrief.
Was Menschen und Dinge wert sind, kann man erst beurteilen, wenn sie alt geworden.
Ebner-Eschenbach
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