In Schlaggenwald vor 50 Jahren
Ein Lebensbild unserer Heimatstadt vom Jahre 1913. Nach Meldungen in der „Elbogener Zeitung", zusammengestellt von Ing. Ernst Horner.
2. Fortsetzung
In der Ausgabe vom 17. Mai 1913 erschien Johann Hahns Märchen „Von der Königstochter und dem Hirten". — Am 25. Mai 1913 unternahm der Deutsche Turnverein einen Ausflug, der zu einem Gewaltmarsch wurde. Um vier Uhr früh Abmarsch mit Speis und Trank nach Dreihäuser, weiter nach Lauterbach, das um sechs Uhr früh erreicht wurde. Von dort ging es — teils auf Irrwegen — über Ehrlich und die Bühnl-Mühle nach Unter- und Ober-Perlsberg, wobei die Wegstrecke über nasse Wiesen und kaum erkennbare Waldwege führte. Gegen Mittag um halb zwölf Uhr Ankunft in Bad Königswart. Von dort Rückweg über die Glatzen, Sangerberg, Neudorf und Schönfeld nach Schlaggenwald. — Josef Putz, Schlaggenwald Nr. 104 (Leßnitzgasse), meldet seinen Kohlenhandel (Filiale) an.
Am 5. Juni 1913 wird in einer Notiz die „Einrichtung eines Instruktionskurses für militärisches Schießwesen" angekündigt. Diese Instruktionskurse für Rekruten und Jungschützen wurden auf Grund einer Verordnung des Reichskriegsministers ins Leben gerufen und von dem k. k. priv. Schützenkorps im Gasthaus „Roter Hirsch" in Schlaggenwald durchgeführt. — Am 15. Juni 1913 gab es einen von den deutschen Vereinen in Schlaggenwald veranstalteten Blumentag, der in ganz Deutschböhmen abgehalten wurde. In Schlaggenwald erbrachte dieser Tag den Betrag von 196 Kronen. — Am 4. Juli 1913 gegen vier Uhr morgens wurde die in Karlsbad als Büglerin beschäftigte Rosa Götzl aus Schönfeld auf der Straße zwischen Schlaggenwald und Gfell von einem unbekannten Mann angehalten und eines Betrages von 3 Kronen und 60 Hellern beraubt. Der Mann sprach sächsischen Dialekt.
In einer Voranzeige vom 17. Juli 1913 wird darauf hingewiesen, daß das k. k. priv. Schützenkorps in Neudek am 10. August 1913 unter dem Protektorat des kaiserlichen Rates, Herrn J. H. Komp, das Fest der Weihe seiner neuen Korpsfahne begeht, zu deren Anschaffung Seine Majestät, der Kaiser, die Mittel gespendet hatte. An dieser Fahnenweihe nahmen die Schlaggenwalder Schützen geschlossen mit Musik teil. — In der Ausgabe vom 26. Juli 1913 veröffentlicht Johann Hahn aus seinem Sagenbuch die Sage „Der Hexenbub" (aus der Vergangenheit einer alten Bergstadt). (Fortsetzung folgt)
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