Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 90
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Zimní radovánky v rodném kraji

Winterfreuden der Heimat

Winterfreuden der Heimat

Das nebenstehende Bild zeigt uns Schlaggenwald im Winterkleid. Fast hört man das Geklingel der Pferdeschlitten, die durch den Ort fahren. Denn als diese Aufnahme entstand, steckte das Auto noch in den Kinderschuhen. Die Spatzen hatten es damals im Winter noch gut, fanden sie doch überall auf den Straßen warme Pferdeäpfel. Der Schlitten war zu jener Zeit in unserer Heimat nicht nur ein wichtiges Verkehrs- und Transportmittel im Winter, sondern er diente auch den Kindern dazu, die Winterfreuden richtig auszukosten.

Der einfachste Schlitten für die Kinder war der „Bre-l-rutscher", bestehend aus zwei niedrigen Kufenteilen mit Sitzbrett. So primitiv dieses Ding auch war, seinen Zweck hat es voll und ganz erfüllt. Dann gab es noch die kleinen, eisernen Kinderschlitten mit Lehne. Viele Familienväter bauten ihren Kindern einen größeren Holzschlitten, auf dem gleich zwei oder drei Kinder sitzen konnten. Rodler waren noch eine Seltenheit.

„Gruschelt" wurde überall, wo es ein „Hüwerl" oder einen abschüssigen Weg gab, so vom Bahnhof zum Zehentplatz, von der Donner in die Seifertsgrün, vom Kaunitz in die Bräuhausgasse, dann in die Trift, auf der Neuen Straße usw. Was war das oft für eine lärmende Lustigkeit, wenn so zehn oder zwanzig Buben und Mädchen mit ihren Schlitten oder Schlittschuhen die Wege und Straßen unsicher machten. Tauchte an einer Ecke „der Polizei" auf, so nahmen die Kinder mit ihren Schlitten schnell Reißaus, denn im Stadtgebiet sollten die Kinder ja nicht ruscheln. Aber soweit ich mich erinnern kann, haben wohl alle Schlaggenwalder Kinder im Ort „gruschelt". Wurde es „leinisch", haben die Kinder Schneerollen gemacht und daraus Schneemänner und Schneehütten gebaut. Natürlich wurden auch Schneeballschlachten ausgetragen. So war der Schnee für die Schlaggenwalder Kinder wirklich ein Freudenbringer.

Zogen die Kinder bei einbrechender Dunkelheit mit klammen Fingern und roten Gesichtern nach Hause, dann sahen sie in manchen Fenstern den Lichterschein des brennenden Christbaumes. Ein Nachklang an die selige Weihnachtszeit machte sich in ihren kleinen Herzen bemerkbar.

Marterer

[obr] 3 Richter Bitter 433 / Auf jeden Weihnachtstisch und für die Festtage

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