Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 90
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Poslední školní den před Vánoci ve Gfellu

Der letzte Schultag im Advent

Der letzte Schultag im Advent

Von Heinrich Heß, Gfell-Diendorf

Während der ersten Dezemberhälfte trommelte der Regen pausenlos gegen die Fenster der einklassigen Volksschule zu Gfell. Doch nun schien es, als ob sich das Blatt wenden wollte. Seit vier Tagen schon herrschte strenger Frost und der Teich war bereits von einer starken Eisschicht überzogen. Die große Sorge der Kinder galt dem Schnee: wird er noch vor den Feiertagen kommen? Was wäre eine Weihnacht ohne Rodelbahn. Die Optimisten stellten ihre Prognose nach den dunklen Wolken, die sich am Himmel wie gegnerische Reiterschwadronen jagten. Wieder andere wollten gesehen haben, wie am Vorabend die Krähen krächzend zu Holze zogen, und der Wetzstein Vetter soll beim Wasserholen zur Opl Muhme gesagt haben, daß etwas in der Luft läge: es „rieche nach Schnee". Diese alten Hasen, welche mit den Tücken des Wetters grau geworden, mußten es bestimmt wissen.

So prallten im Klaßzimmer die Meinungen über das Thema „Schnee" lautstark aufeinander. Erst der Eintritt des Lehrers machte diesem Tumult ein Ende. Beim Beten entdeckte er, daß der Wille schmutzige Hände, der Seff die Haare nicht gekämmt, die Anna sich mit Zichoriepapier geschminkt hatte und dem Vitus drei Zigaretten aus der Westentasche lugten. Das strenge Auge des Erziehers bemerkte aber auch den spiegelnden Rockärmel des Liebreich und seinen Aufzug an der Nase. Schließlich fiel dem Lehrer noch ein, daß er beim Spazierengehen am Katzensteig etwas liegen sah, das dort nicht hingehörte. Der Wenz bekam einen roten Kopf, leugnete aber hartnäckig die Vaterschaft. Da trat das Lineal in Tätigkeit. Doch schon beim ersten Delinquenten brach das Pädagogenschwert entzwei. Mitten im moralischen Gepolter des Verhörs machte sich plötzlich ein Lächeln im Gesicht des Lehrers breit. Unter der vordersten Bank hatte er einen Schnuller entdeckt. Ein kleines Mädchen bückte sich rasch und steckte das Corpus delicti verschämt in ihre Schürzentasche.

Als der Unterricht begann, ließ die Aufmerksamkeit der Kinder sehr zu wünschen übrig. Ein jedes war mit seinen Gedanken schon beim Christkind. Einige hatten bereits einen Blick hinter die Kulissen getan und dabei festgestellt, daß der Wunschtraum von der schlafenden Puppe und den Schleifschuhen endlich Wirklichkeit werden sollte. Zudem begann es draußen leicht zu schneien. In der zweiten Pause mischten sich zunächst kleine, etwas später auch große Flocken unter das Schneegeriesel. Die kleinen wurden zu Häusler, die größeren zu

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