Zum 15. Jahrgang 1963
Zum 15. Jahrgang 1963
Nur wenige Leser unseres HB werden am Kopf der Titelseite den kleinen Vermerk „14. Jahrgang" beachten. Mit dem Erscheinen des 91. HB im kommenden Jahr steht dann an dieser Stelle „15. Jahrgang". Dies bedeutet, daß unser Heimatblatt mit der 91. Ausgabe in das 15. Jahr seines Erscheinens tritt.
1949 dachte ich nicht daran, daß unser HB eine solche Lebensdauer haben könnte, da ich mir den hierzu erforderlichen Stoff nicht vorstellen konnte. Heute, nach 14 Jahren, erscheint unser HB noch immer, ohne daß die Fülle des heimatlichen Stoffes nachgelassen hätte. Wir lesen heute den HB mit dem gleichen Interesse wie vor 10 Jahren, weil er uns immer wieder heimatliche Erinnerungen vermittelt und zugleich auch Nachrichten über unsere Landsleute bringt. Aus jedem neuen Heft erfahren wir, welches Paar sich zum ewigen Bunde vereinte, in welcher Familie sich ein Zuwachs ereignete, wer im Beruf und Leben Erfolge erzielte, wer ein hohes Alter erreicht hat oder ein besonderes Jubiläum feiern konnte. Wir erfahren aber auch, welche Landsleute uns durch den Tod für immer verlassen haben.
Der Heimatbrief ist nach wie vor das Bindeglied unserer alten Heimatgemeinschaft. Er gibt uns davon Kenntnis, wo unser alter Nachbar oder Arbeitskollege heute wohnt, so daß wir ihm schreiben können, wenn wir eine Bescheinigung des früheren Arbeitsverhältnisses als Nachweis zum Rentenantrag brauchen. Wir können ihn auch um seine Aussage als Zeuge für unseren verlorenen Besitz bitten, wenn keine weiteren Unterlagen mehr vorhanden sind. Oft und oft haben sich durch den HB alte Freunde und Freundinnen wieder gefunden. Der Heimatbrief nennt uns ferner die Anschriften-Änderungen aller HB-Bezieher, er enthält fortlaufend neue Anschriften von Landsleuten, deren Aufenthaltsort bisher unbekannt war. Daheim haben wir den Heimatort und die Heimatlandschaft als selbstverständlich hingenommen. Heute sind wir gierig darauf, etwas über unsere alte Heimat zu lesen. Durch den HB wissen wir, wie reich die Geschichte unserer alten Bergstadt ist und wie reizvoll unsere Heimatlandschaft war.
Seit Jahren hat sich der HB aber auch als Helfer in der Not bewährt. Die „Ostspende" ist eine besondere Tat unseres Heimatblattes. Wenn wir uns den Spendeneingang im Jahre 1962 ansehen, so können wir auf das Ergebnis recht stolz sein. In dieser Hilfe an unsere bedürftigen Landsleute in der Zone dokumentiert sich eine soziale Leistung, die unserer Heimatgemeinschaft das schönste Zeugnis ausstellt. Seit dem Aufruf im Jahre 1953 sind bis heute von unserer kleinen Heimatgemeinschaft insgesamt 5 892,86 DM als Spenden aufgebracht worden,
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