Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 90
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Svědectví krajana o dnešním stavu Horního Slavkova

Neues aus Schlaggenwald

Neues aus Schlaggenwald

Vor kurzem hat ein Landsmann Schlaggenwald besucht und dem Heimatbrief folgendes berichtet: „Nun bin ich acht Tage daheim gewesen. Trotz dieser kurzen Zeit könnte ich ein Buch über meine Eindrücke schreiben. Ich muß ehrlich sagen, daß ich froh bin, wieder in Deutschland zu sein. Denn bei dem gegenwärtigen Zustand unserer Heimat und unter den dort herrschenden Verhältnissen möchte ich nicht in der alten Heimat leben. Ich könnte weinen, wenn ich daran denke, was aus unserem lieben Schlaggenwald und unserem Sudetenland geworden ist.

Die Zigeuner hausen in unserer Heimat und vernichten die leeren und unbewohnten Häuser. Im Recht stehen sie zehnmal höher als die paar Deutschen, die noch daheim sind. Leider beteiligt sich auch so mancher „Deutscher" an der Vernichtung unseres alten Besitzes. Viele Bekannte habe ich getroffen (im Originalbericht sind die Namen dieser Schlaggenwalder angeführt, die aus Sicherheitsgründen an dieser Stelle nicht genannt werden können), die meisten haben weiße Haare und alle, mit denen ich sprach, bereuen es, daß sie nicht fort sind.

In Stirn sind nur noch vier Häuser ganz; eine Wildnis ist dort, daß man sich fast verirrt. Von Gfell steht nur noch ein einziges Haus, das von einem Deutschen bewohnt wird. Schlecht schaut es auch in Töppeles aus. Leßnitz und die Zech sind noch einigermaßen in Ordnung. In Elbogen hat sich nicht viel verändert. Die größten Veränderungen weisen Falkenau, Schlaggenwald und Schönfeld auf. Lauterbach ist ganz weg. Von allen den schönen Dörfern unserer engeren Heimat steht kaum noch die Hälfte. Von unserem alten Schlaggenwald ist nur noch ein Drittel vorhanden. Die beiden Kirchen sind verlottert, vom Turm der oberen Kirche ist die Uhr weg und auf der Turmgalerie werden Feuerwehrübungen gemacht.

Unsere Pfarrei ist leer und macht einen unheimlichen Eindruck. Da will aus gewissen Gründen niemand wohnen. Beim großen Teich befindet sich eine Metallwarenfabrik. Metallgegenstände werden auch in der ehemaligen Lederfabrik Roßmeissl hergestellt. Hinter der Bahnlinie in Richtung zum Krudum sind überall Schächte, doch die meisten davon liegen still, weil kein Uranerz mehr gefunden wird. Nur der Schönfelder Bergbau ist noch in Betrieb. Da arbeiten auch viele Deutsche. In Karlsbad gibt es nur einmal Fleisch in der Woche, und wer rappt, der hat. Viele Tschechen sind unzufrieden". (Der Schluß dieses Augenzeugenberichtes folgt im nächsten Heft).

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