Unser Heimatort Gfell
[obr] Gfell.
Unser liebes, trautes Heimatdörfchen Gfell — es war einmal. Heute steht nur noch ein einziges Haus (van Houwla) und sind dessen zwei Bewohner, Herr und Frau Lauterbach, im Herbst vorigen Jahres zu ihrem Sohn Adolf nach Schlaggenwald übersiedelt. So ist nun das Dörfchen menschenleer und dem Erdboden gleichgemacht. Wie ein Wunder steht heute noch das Kriegerdenkmal, umwuchert von hohen Disteln und sonstigem Gestrüpp, in dem Fasane, Hasen und Füchse guten Unterschlupf finden. Selbst auf der Straße vom Tepltal ins verschwundene Gfell kommt man nur mühsam, da diese schon recht verfallen ist. Daß gerade unser Ort von der Landkarte verschwunden ist, muß jeden Gfeller traurig stimmen, weil die umliegenden Nachbardörfer doch noch existieren. Wohl sind auch sie schon teilweise verfallen, aber einzelne Deutsche wohnen immerhin noch dort.
Mit welch niederdrückenden Gefühlen wir von daheim fortgingen und mit welch Hangen und Bangen wir in die neue Heimat kamen, davon weiß wohl ein jeder selbst ein trauriges Lied zu singen. Aber mit Mut und Geduld haben wir das unabwendbare Schicksal gemeistert und es hat ein jeder seinen Mann gestellt. Wo sind unsere Gfeller nun heute? Anschließend zeigt ein Verzeichnis, wo sie jetzt zu finden sind, die 1938 noch so munter und fröhlich in der alten Heimat schafften. Leider sind einige davon auch schon in die ewige Heimat eingegangen. Gönnen wir ihnen den Frieden in Gott.
Emma Schuster,
895 Kaufbeuren - Neugablonz, Bürgerstraße 36/0
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