Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 91
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 10
Naši Slavkovští v Kanadě

Unsere Schlaggenwalder in Kanada

Von Rudi Marterer — I. Teil

Unter den vielen Sudetendeutschen, die 1938 aus politischen Gründen die Heimat verließen, befand sich auch unser Schlaggenwalder Landsmann Josef Weinhart von der Donner mit seiner Frau Emma, geborene Siart (Obere Gasse) und seine beiden Söhne Josef und Ernst. Es war das Hugenotten-Motiv der Nichtgleichschaltung, die tausende Sudetendeutsche vor die schwere Wahl zwischen Heimat und Freiheit stellte. Der Abschied von der Heimat fiel den Sudetendeutschen bestimmt nicht leicht. Doch um der drohenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, wählten sie den Weg in die Freiheit, freilich mit der Aussicht auf ein Bettlerdasein in der Emigration. Als Landsmann Josef Weinhart mit seiner Familie schweren Herzens in die Fremde zog, ahnte er nicht, daß wenige Jahre später der größte Teil seiner Schlaggenwalder Landsleute ebenfalls die Heimat verlassen mußte.

Landsmann Weinhart kam mit seiner Familie zunächst nach England, von dort ging es dann 1939 mit 150 sudetendeutschen Familien nach Kanada, das für seine weiten und unerschlossenen Räume noch Pionier-Farmer brauchte. Die Ansiedlung der sudetendeutschen Familien erfolgte ganz im Westen Kanadas. Jeder Siedler erhielt 160 Ar Land, zwei Kühe, zwei Pferde, zehn Hühner und eine Zuchtsau. Außerdem bekamen immer je vier Siedler die erforderlichen landwirtschaftlichen Maschinen, die gegenseitig ausgeliehen wurden. Finanziert wurde die Ansiedlung durch einen englischen Fond, wobei keine Rückzahlung zu erfolgen brauchte. Das erste Jahr arbeiteten die Siedler im Kollektiv. Man errichtete zunächst für jede Familie ein kleines Holzhaus. Für den weiteren Aufbau erhielt jeder Siedler einen Kredit, für dessen Rückzahlung eine Frist von zehn Jahren eingeräumt wurde. Die meisten Siedler waren aber schon nach fünf bis sechs Jahren schuldenfrei. Die Kanadier zeigten sich gegenüber den sudetendeutschen Siedlern sehr entgegenkommend.

So entstand durch sudetendeutschen Fleiß die Siedlung Tomslake in der Nähe der Stadt Dawson Creek am Ausgangspunkt der Alaskastraße. Dawson Creek ist nicht zu verwechseln mit Dawson City am Yukon an der Grenze von Alaska. Die Handwerker konnten in der Siedlung ihr Gewerbe ausüben. Landsmann Josef Weinhart richtete sich eine Fleischerei ein. Wer seinen Beruf in der Siedlung nicht ausüben konnte und auch nicht farmen wollte, zog in die Stadt.

Kanada ist ein jungfräuliches Land, das noch eine große Zukunft vor sich hat. Die Bodenfläche Kanadas beträgt 9 960 000 qkm (in der Bundesrepublik nur 247 906 qkm) mit 14 Millionen Einwohnern (in der

[

věta pokračuje na dalším listu ⟶

list 10 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.