Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 88
/ 32
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 20
Nová deska "Slavíka z Chebska" Mimi Herold

„d'Eghalanda Nachtigall"
Von Mimi Herold, der bekannten und beliebten „Eghalanda Nachtigall" aus Plan, gibt es nun endlich eine Schallplatte mit folgenden Liedern in Egerländer Mundart: „Ma(n Hoimatl is in Kaisawold drin", „s'Hoimatglökkerl", „D'Amschl" und „Du Teiferl du kloins du". Die „Nachtigall" wird von Heinrich Eich mit dem Akkordeon und von Rudi Hafner mit der Gitarre begleitet. Diese Schallplatte weckt liebe Erinnerungen an die alte Heimat und sollte in keiner Egerländer Familie fehlen. Zu beziehen von der Schallplattenstelle des Bundes der Eghalanda Gmoin e. V., Vetta Arthur Lorenz, 714 Ludwigsburg, Schloßstraße 3 u. 9, Telefon 6212. Bestell-Nr. 10/II. Preis 8,50 DM. Prospekte über weitere Heimatschallplatten kostenlos.

Můj rodný Rabensgrün (Havraní Ves)

Umgebung von Rabensgrün**

[obr] Gezeichnet von Josef Jessl

Rabensgrün gebaut, die bei der „Hub" in die Hauptstraße Schlaggenwald-Schönfeld einmündete. Damit ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung, zwischen dem Tepltal (Petschau) und Schönfeld-Schlaggenwald eine Querverbindung herzustellen. Es war dies notwendig, da in strengen Wintern die alte Straße nach Schlaggenwald nicht passiert werden konnte und das Dorf mit der Stadt keine Verbindung mehr hatte. Ein Teilstück dieser neuen Straße wurde schon vorher von Müllersgrün her bis zum „Fischerhübl" gebaut.

Da Schlaggenwald und Schönfeld alte Bergstädte sind, wo früher nach Zinn, Kupfer und Blei gegraben wurde, so dürfte auch in der Nähe von Rabensgrün in Richtung zum Hubhof nach Erz geschürft worden sein. Als Beweis dafür kann jener alte und verfallene Stollen angeführt werden, der im Tal zwischen Rabensgrün und Schönwehr zu sehen war.

Zu den Bewohnern von Rabensgrün zählten vorwiegend Bauern und Häusler, daneben gab es auch etliche Handwerker (Maurer, Zimmerleute und Dachdecker). Einige Arbeiter waren in den benachbarten Städten beschäftigt. Das Dorf hatte zwei Gasthäuser (Harbauer und Spies), in denen abwechselnd die Festlichkeiten und Tanzunterhaltungen stattfanden. An der Straße gegen Schlaggenwald steht eine Kapelle, in der alljährlich zum „Rabensgrüner Fest" Ende Juni (Peter und Paul) ein Festgottesdienst abgehalten wurde. Rabensgrün hatte eine einklassige Volksschule, an der u. a. um das Jahr 1904 bis nach Ende des ersten Weltkrieges Lehrer Kollert als Schulleiter tätig war. Der spätere Schulleiter Heidl gründete 1924 einen Ortsverein der Landjugend (Jugendbund), der in den Wintermonaten durch Abhaltung von Lese-, Sing- und Theaterabenden eine rege kulturelle Tätigkeit entfaltete. Einige Schüler der Oberstufe besuchten die Bürgerschule in Schlaggenwald, zeitweilig auch die in Petschau.

An Vereinen wären noch zu erwähnen die „Freiwillige Feuerwehr" und der „Landwirtschaftliche Verband", der dem Landwirtschaftlichen Zentralverband angeschlossen war. Außer dem „Rabensgrüner Fest" gab es noch die „Kirchweih" und den „Fasching". Den Höhepunkt der Faschingsfeier bildete „die Preß" am Faschingsdienstag. Zum ersten Mai vergnügte sich die Jugend beim Maibaumtanz, bei dem jedes Jahr ein Maibaum mit bunten Bändern aufgestellt wurde.

Von den vertriebenen Bauern aus Rabensgrün sind heute wieder einige im Besitz eines Bauernhofes. Ich erwähne hier nur den neuen Siedlungsort Lettgenbrunn im Kreis Gelnhausen (siehe HB 44, Seite 14 bis 20). Hier haben sich u. a. neben Leßnitzer auch Rabensgrüner Bauern in langer und harter Arbeit wieder einen Bauernhof erbaut. Diese Ansiedlung von Flüchtlingsbauern ist nicht zuletzt auch ein Verdienst des derzeitigen, aus dem Sudetenland stammenden hessischen Landwirtschaftsministers Gustav Hacker in Wiesbaden.

list 20 z 32
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.