Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 87
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Ročenka Chebanů 1963

Jahrbuch der Egerländer 1963
Im August erscheint das „Jahrbuch der Egerländer 1963" in der gewohnten Aufmachung und im gleichen Umfang wie in den Vorjahren (160 Seiten und 4 farbige Kunstdruckbilder) zum Preise von 2,50 DM einschließlich Porto. Es ist das Hausbuch der Egerländer und auch in seinem 10. Jahrgang von Otto Zerlik überaus abwechslungsreich gestaltet. Das Jahrbuch darf daher in keiner egerländer Familie fehlen. Da Landsmann Oskar Otto aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, den Vertrieb durchzuführen, habe ich den Versand übernommen.

Alle bisherigen Bezieher erhalten daher das Jahrbuch im August von Erlangen aus zugeschickt. Ich bitte alle Empfänger, das Jahrbuch zu behalten und nicht — wie es voriges Jahr in vielen Fällen geschehen ist — die Annahme zu verweigern. Durch die Rücksendung entsteht für mich ein Verlust, den mir niemand ersetzt. Es kostet ja nur 2,50 DM. Diesen geringen Betrag wird wohl heute jeder für einen Heimatkalender übrig haben. Dem Jahrbuch liegt eine Zahlkarte bei, mit der die Bezieher die Überweisung des Betrages vornehmen können.

Marterer

[obr] 150 JAHRE KARLSBADER Becherbitter SCHMECKT UND BEKOMMT — Alleinhersteller: Johann Becher oHG. - Kettwig/Ruhr

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Když lidé mlčí, promluví kameny

Als ich mich, herzlich dankend, von ihm verabschiedete, riet er mir, auch den alten Türmer auf dem Turm der Stadtkirche mit zu besuchen, was ich ohnehin geplant hatte. Als ich die vielen Holzstiegen emporgekraxelt war und die äußere Galerie betrat, war ich höchst überrascht von der Rundsicht, die sich hier oben bot, denn die Kirche selbst steht auf einer Anhöhe. Man hat einen herrlichen Überblick über die Stadt, dann über den Kaiserwald und einen Teil des Egerlandes, das Duppauer- und Erzgebirge. Der Türmer, ein alter pensionierter Obersteiger, hat mir allerhand aus diesem großartigen Panorama erklärt. Er hauste mit seiner Familie bereits 22 Jahre in dieser luftigen Höhe und hatte unter anderem auch die Feuerwache zu versehen. Die stark romantische Türmerwohnung erinnerte mich lebhaft an jene in Annaberg im Erzgebirge. Als ist ihm sagte, hier oben könne es mir auch gefallen, meinte er: „Aber nicht immer! Bei Schneesturm im Winter, bei Nebel oder Gewitter unter Blitz und Donner ist es hier manchmal recht ungemütlich. Auch das Heraufschleppen von Wasser und Brennmaterial ist mühsam." Diese freundlichen egerländer Leute, die mich sogar zum Essen einluden, werde ich nie vergessen. Der Türmer erzählte mir auch noch manches aus seinem früheren Bergmannsleben; zum Abschied schenkte er mir als Andenken einige Erzstufen für meine Sammlung. Die Kirche selbst hatte ich schon vorher besichtigt.

Am darauffolgenden Morgen machte ich mich beizeiten auf den Weg nach Altsattel, um mein Glück zu versuchen, wie mir Herr Prosch geraten hatte. Und ich hatte tatsächlich Erfolg. Nach längerem Suchen fand ich zwei faustgroße Stücke mit scharf und deutlich ausgeprägten Abdrücken von Zweigen und Blättern, wie sie vor vielen Millionen Jahren hier wuchsen. Auf einem anderen Steinhaufen neben der Straße — die Steine sollten offenbar zu Schotter zerschlagen werden — fand ich ein schönes großes Stück versteinertes Holz. Wie viel Menschen mögen schon achtlos daran vorübergegangen sein. Dieses Stück hatte die Größe eines fünfpfündigen Brotweckens, war aber natürlich bedeutend schwerer. Ich kaufte mir Packpapier und Bindfaden, wickelte diesen brotlaibartigen Stein wie eine Mumie ein und ging damit meinem damaligen Quartier zu. Der Stein sollte daheim einen schönen Platz im Steingarten erhalten.

Ich muß hier noch einen Stein erwähnen, der eine sehr große Bedeutung für ganz Europa hat, denn er bezeichnet den geographischen Mittelpunkt unseres Erdteils. Leider hatte ich damals keine Ahnung von seiner Existenz und war ihm doch in Altsattel fast zum Greifen nahe. Erst hier in Bensheim wurde ich durch einen Artikel im „Sudetendeutschen Heimatdienst" von Dr. Helmut Diterich darauf aufmerksam. Wie dieser mitteilt, wurden seinerzeit von einer gemischten euro-

päischen geographischen Gesellschaft Vermessungen durchgeführt und dabei unweit Falkenau, südöstlich von der Stadt, auf einer Anhöhe bei der Ortschaft Wöhr dieser europäische Mittelpunkt festgestellt und mit einem Stein gekennzeichnet, der die lateinische Inschrift trägt: „Media Europa" (Mitte Europas). Diese wichtige Tatsache ist nur ganz wenigen Menschen bekannt und wurde auch von der Weltpresse bisher kaum erwähnt oder absichtlich verschwiegen. Aber unsere Landsleute sollen es wissen und sie werden jetzt auch verstehen, warum ich über diese Schilderung die Worte setzte: „Wenn Menschen schweigen — werden Steine reden."

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