Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 87
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Když lidé mlčí, promluví kameny

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stische Darstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt und aus der biblischen Geschichte geben Zeugnis von der Kunstfertigkeit des damaligen Handwerks. Eine kunstvolle Gruftplatte aus Eisen, eine hölzerne Backschüssel, aus einem einzigen Stück Holz gedrechselt von über 1 Meter Durchmesser, sehr schöne Schmiedearbeiten, Bilder aus der Vergangenheit der Stadt, allerhand Schnitzereien, Gegenstände vom Bergbau und vieles andere mehr. Die reichhaltige Erz- und Mineraliensammlung nahm einen großen Platz ein. Ein kopfgroßer Klumpen in allen Farben schillerndes Buntkupfererz war stark goldhaltig. Auch die Pechblende war vertreten, ferner Silber, Wolfram, Antimon, Wismuth, Blei, Kobalt, Molybdän, Zinnstein, Zinngraupen und andere Erze sowie allerlei schöne Kristalle. Der Geologe kam voll auf seine Rechnung, zumal auch zahlreiche Fundstücke mit Tier- und Pflanzenabdrücken sowie versteinertes Holz dabei waren.

Herr Prosch hat mir auch den Fundort verraten und meinte, wenn ich Glück habe, könnte ich dort noch so manches finden, und zwar sei Altsattel der Fundort. Nun zeigte mir Herr Prosch noch den steinernen Galgen etwas außerhalb der Stadt, den er im Auftrag des Denkmalamtes in Prag in seiner ursprünglichen Form wieder erneuert hatte und gleichzeitig das Wappen der Stadt einmeißeln ließ. Von diesen Strafmalen der Halsgerichtsbarkeit sollen heute nur noch drei oder vier bestehen. Nachdem mir Herr Prosch so alles gezeigt und erklärt hatte, führte er mich in das Archiv. Ich staunte über die vielen Folianten und Schweinslederbände. Dazu meinte er, es könnte noch viel reichhaltiger sein, wenn das Archiv in früheren Kriegszeiten nicht so oft geplündert worden wäre; es wäre eines der reichsten Archive überhaupt. Die Auswertung würde Jahrzehnte beanspruchen. Herr Prosch hatte bereits einen „Abriß der Geschichte der Stadt Schlaggenwald" geschrieben, den ich mir in einer dortigen Buchhandlung als Andenken kaufte. Daraus möchte ich ein besonders trauriges Kapitel erwähnen:

Als die evangelischen Bewohner der Stadt während der Gegenreformation nach mehreren Aufforderungen sich immer wieder weigerten, ihren Glauben aufzugeben, umzingelten die Soldaten des Kaisers Mathias die Stadt und setzten sie in Brand. Zwei Bittprozessionen der bedrängten Bewohner ließen das Herz des Kaisers ungerührt. Erst die dritte Bittprozession, als sie alle auf die Knie vor ihm fielen und um Gnade flehten, hatte den Erfolg, daß er die Erlaubnis zum Löschen des Brandes gab. Es herrschte jedoch großer Wassermangel, so daß das Feuer mit Bier gelöscht werden mußte. Damals hatte Schlaggenwald noch zwei Brauereien. Ich brachte gegenüber Herrn Prosch meine Verwunderung darüber zum Ausdruck, daß ich über dieses geschichtliche Ereignis noch nie etwas gehört oder gelesen hatte. Er meinte, das glaube er mir gern, denn die Mitteilung darüber war ja verboten.

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