Bürger-
schule. Ferner ist vielen Schlaggenwaldern der Töppeleser Bahnhof besser bekannt als der ihrige, kurzum die rein menschlichen Beziehungen zwischen Schlaggenwald und seinen Pfarrgemeinden waren und sind auch heute noch herzlicher und inniger als mit den anderen Nachbarstädten. Die bisher gute Verbindung der Töppeleser, die wir durch den Schlaggenwalder Heimatbrief erreicht haben, ginge verloren, wenn wir uns von diesem Blatt abwenden würden. Da die Einnahmen beim Schlaggenwalder Heimatbrief sehr bescheiden sind, muß der Herausgeber schon eine gehörige Dosis Idealismus besitzen, um sich nicht durch die schleppende Zahlungsweise mancher Landsleute die Freude an der Arbeit rauben zu lassen. Wir können unserem Ldm. Marterer für seine Bereitschaft als Herausgeber dankbar sein, denn einen Pressefachmann mit soviel Heimatliebe und Idealismus werden wir nie mehr finden.
So haben die Beiträge im letzten Heimatbrief allen Lesern wieder gut gefallen. Zum Aufsatz „D' Milchweiwa" will ich für Töppeles und Schönwehr gelegentlich noch eine Ergänzung bringen. Dies bin ich unseren beiden Milchheiligen unserer Kapelle schuldig. Ob diese Männer noch an der gleichen Stelle stehen oder von den Schatzgräbern im Jahre 1946 versilbert, verschleppt, oder zu Kleinholz geschlagen wurden, wer kann heute darüber etwas aussagen? Auch die schöne Flurnamenzeichnung unseres Ldm. Markof Franz dürfte Nachahmung finden. Auch hier sind noch einige Ergänzungen notwendig. Alle übrigen Beiträge sind wahre Leckerbissen und werden wegen des spannenden Inhalts mehrmals gelesen. Viele haben mir das gleiche bestätigt. Zum Bericht der Resi meinten Fanny und Ostl beim Frankfurter Treffen, schon heute sind wir neugierig, was uns die Resi im nächsten Heimatbrief noch sagen will.
Der letzte Teil des Aufsatzes „Schlaggenwald vor 50 Jahren" hat in mir eine besonders schöne Erinnerung wachgerufen. Der Begräbnistag von Oberst Reif am 18. 10. 1912 war mein schönster Schlaggenwalder Schultag. Vom Klaßzimmer der zweiten Klasse der Knabenbürgerschule aus hörte ich die Böllerschüsse und den Radetzkymarsch bei dieser Beerdigung. Liebe Leser, nun müßt ihr euch eine zweistöckige Knabenschule vorstellen, in der kein Erwachsener zugegen ist. Die Lehrerschaft mit dem Schuldienerehepaar waren beim Begräbnis. Währenddessen lieferten wir Buben in der Schule die tollsten Streiche. Bürgerschuldirektor Reinitzer, dieser vortreffliche Pädagoge, machte nachher gute Miene zum bösen Spiel; keiner der schlimmen Buben wurde bestraft.
Unser HB-Herausgeber ist bestrebt, die Auflage des Heimatbriefes zu halten, da ein Absinken der Bezieherzahl die Existenzfähigkeit unseres Heimatblattes ernsthaft gefährdet. Daher müssen die durch
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