Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 87
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beiden anderen Klassen wegen der geringen Schülerzahl vorübergehend mit den Jungen an der Knabenschule vereinigt wurden.

So schlug die seinerzeitige Direktorin Ida Heintz vor, die „wütenden Steine" bei der Donawitzer Mühle mit den Mädchen aufzusuchen. Da freuten diese sich besonders, weil sie im Wasser plantschen durften. Im Walde zwischen Donawitz und Schneidmühl türmen sich nämlich an einer Stelle mächtige Steine empor, an denen vorbei ein Bach schäumt. Wir rasteten hier, die Kinder zogen jubelnd ihre Schuhe und Strümpfe aus und wateten durch das klare Wasser oder kletterten über die Steine. Lächelnd sahen Frau Heintz und ich dem fröhlichen Treiben zu und ließen die Mädchen gewähren, denn eine Erfrischung tat ihnen bei der drückenden Hitze wohl. Während wir auf dem Hinweg hinter Gfell direkt zur Kohlmühle hinab und von da jenseits der Tepltalstraße aufwärts gegen Donawitz gegangen waren, wählten wir heimzu den Umweg über Töppeles. Die Kinder wären gerne dort beim Bahnhof im schattigen Wirtsgarten eingekehrt, aber die Direktorin trieb zur Eile an, da sich ein Gewitter durch fernes Grollen ankündigte. Tatsächlich schoben sich bei Petschau dunkle Wolken zusammen. In dieser schwülen und bedrohlichen Stimmung mußten wir nun den steilen Töppeleser Berg erklimmen. Ein Teil der Mädchen, die noch nicht müde waren, schlossen sich mir an und eilten rascher voran, während die anderen bei Frau Heintz zurückblieben, die langsamer nachfolgte. Das Gewitter kam immer näher, die Kinder meldeten mir aufgeregt jeden neuerlichen Blitz, wobei sie sich bekreuzigten; doch schien es sich nicht über uns entladen zu wollen, sondern blieb in den Bergen hängen. Wie froh waren wir, als wir die große Kiefer erreicht hatten (sollte sie heute noch stehen?) und nun auf der Höhe ungehindert weiterschreiten konnten. Soweit ich mich erinnern kann, gelangten wir trockenen Fußes in unserem lieben Schlaggenwald an; auch die Nachzügler mit Frau Direktorin Heintz kamen noch rechtzeitig nach Hause. Vielleicht entsinnt sich die eine oder andere der ehemaligen Schülerinnen, die heute Frauen und Mütter geworden sind, dieser Schulwanderung. Es war der Jahrgang, dem die seinerzeitige Paula Koch angehörte.

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NEUERSCHEINUNG! Als ich noch das Schulränzel trug
NEUERSCHEINUNG!

Als ich noch das Schulränzel trug

Von Margareta Pschorn

Geschichten aus Kindheitstagen. Illustriert von akadem. Maler Toni Schönecker. 96 Seiten, Leinen 6,65 DM plus Porto.

Diese köstlichen Geschichten der bekannten Egerländer Schriftstellerin wecken beim Leser liebe Erinnerungen an die eigene Kindheit in der Heimat. Es bereitet stille Freude, mit der Autorin durch die Tage der Kindheit zu wandern.

Zu beziehen von: Rudolf Marterer, 852 Erlangen, Zeppelinstraße 40

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