Leider kann ich heute nicht mehr das Datum dieser Sendung, ja nicht einmal das Jahr angeben, da mir alle Unterlagen durch die Vertreibung aus der Heimat verloren gingen. Es war eben in den zwanziger Jahren. Das eine aber steht fest: Schlaggenwald wurde bei dieser Sendung erstmalig im Rundfunk erwähnt. Als freier Mitarbeiter der Prager deutschen Sendung hatte ich dann anschließend noch mehrere andere Sendungen. Wenn es ging und wenn es dem Stoff entsprach, erwähnte ich auch immer unser Heimatstädtchen Schlaggenwald. Einmal zur Weihnachtszeit behandelte ich in der 45-Minuten-Sendung die Krippe der Dekanalkirche.
Nun noch rasch etwas von der technischen Durchführung der Sendung. Mindestens 4 Wochen vor der Sendung mußte der Text in dreifacher Ausführung in Maschinenschrift, der Länge der Redezeit entsprechend, an die Sendeleitung eingeschickt werden. Kurz vor der ersten Sendung mußte man sich in der Kanzlei der „Urania" melden. Von dort ging der „Ansager" mit in den „Sendesaal", einem Gasthaussaal mittlerer Größe in den Prager Weinbergen, vermutlich in der Palackystraße gelegen. Da sah es im Vergleich zum späteren Funkhaus, das man in der Jungmannstraße errichtete, äußerst primitiv aus. Auf einem Gasthaustisch stand ein Mikrofon und daneben zwei Glühbirnen als Signallampen. Leuchtete die gelbe Birne auf, hieß es: Achtung, alles fertig machen. Bald darauf kam das rote Licht und die Sprechzeit begann. Im ganzen Saal war sonst nichts vorhanden, als einige leere Gasthaustische und ein Konzertflügel, der bei musikalischen Übertragungen benutzt wurde. Dies war meine einzige Sendung von diesem Provisorium aus, die anderen Sendungen erfolgten dann schon vom neuen und für die damaligen Verhältnisse modern eingerichteten Funkhaus.
Auch ein Schulausflug
Von Ernestine Müller, Lehrerin
In den vergangenen Jahren hatte ich im Heimatbrief von manchem erinnerungsreichen Schulausflug erzählt, so nach Eger und Franzensbad, auf die Glatzen, den Keilberg und nach Gießhübl-Sauerbrunn. Das waren für die damaligen Verhältnisse schon beachtenswerte Unternehmungen, die bei den Schülerinnen dankbare Begeisterung auslösten. Es gab aber eine Zeit, da sah es die Schulleitung lieber, wenn man mit den Kindern nicht gar zu weit in die Ferne schweifte und sich mit Halbtagswanderungen begnügte. Ich meine aber hier nicht jene noch weiter zurückliegende Epoche, in der ein Gang zur Pinge mit Spielen, Gedichten etc. das große Ereignis bildete. Nein, es muß zu Beginn der dreißiger Jahre gewesen sein, da ich damals mit der Direktorin allein an der Mädchenbürgerschule unterrichtete, während die
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