Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 85
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170 let slavkovského porcelánu

Die niedergebrannten Gebäudeteile wurden besser und moderner wieder aufgebaut, die Umstellung auf die neuen Absatzverhältnisse durchgeführt. Inzwischen brachten die neuen Arbeitsmethoden den Drehern und Gießern, den Brennhausarbeitern und Malern, aber auch allen Arbeitern der Nebenbetriebe von der Massamühle bis zur Expedition, nicht nur bedeutende arbeitsmäßige Vorteile, sondern auch wesentlich höhere Löhne, häufig so hohe, daß der Treuhänder der Arbeit diese wegen Überschreitung der oberen Grenze der Tarife beanstandete. Die schon vor dem Anschluß begonnene Entschuldung ging nun immer schneller voran.

Zu bald störte aber der Krieg diese doch erst begonnene, gerade in einem Mittelstadium haltende Aufbauarbeit. Viele Betriebsangehörige wurden zum Wehrdienst eingezogen, der Mangel an Arbeitskräften machte sich immer mehr fühlbar, für größere Bauten war keine Bewilligung zu bekommen. Auch ich rückte ein und kam mit Rommels Armee nach Afrika. Noch ein letztes Mal durfte ich als Leiter der Fabrik dort verweilen, im April 1942, also vor 20 Jahren. Unvergeßlich ist mir die Feier zum 150jährigen Bestandsjubiläum der Schlaggenwalder Porzellanfabrik; unvergeßlich nicht so sehr wegen der offiziellen Ansprachen und Feierlichkeiten, sondern weil ich in aller Augen las, wie sehr man sich freute, in einem scheinbar wieder gesicherten Werk eine Arbeit leisten zu dürfen, die ihre Anerkennung fand, wie sehr auch Vertrauen und Verstehen anstelle des früheren Mißtrauens getreten war.

Gesichert war aber doch nichts! 1945 schlug die grobe Faust hinein und zerstörte, was schon geleistet worden war und was noch geleistet werden sollte. Und ich hatte große und bedeutende Absichten. An dem oberen Ende des Werkes sollte annähernd dort, wo das Hotel stand, eine neue Massamühle errichtet und daran anschließend Dreherei und Gießerei nach modernsten Gesichtspunkten aufgebaut werden. Die Pläne lagen fertig in meinem Büro. Noch sahen diese das Brennen im Rundofen vor, doch spielte ich schon mit dem Gedanken, einen Tunnelofen zu bauen. Alle Gebäudeteile unterhalb des alten Bürohauses sowie auch dieses selber sollten niedergerissen werden und dort ein moderner Bürobau mit großem Musterlager entstehen, daneben ein modernes Gefolgschaftshaus inmitten einer Parkanlage. Die alten Baulichkeiten jenseits des Flußbaches, wo der Fabriksbetrieb vor nunmehr 170 Jahren begonnen hatte und dann Buntdruckerei und Ätzerei untergebracht waren, sollten in einen kleinen Schaubetrieb mit einer Verkaufshalle umgewandelt werden, wo man den vielen Besuchern aus Karlsbad und all den anderen Fremden, die von dem Rufe Schlaggenwalds und seiner schönen Landschaft angezogen worden sind, ohne den Betrieb zu stören, die Erzeugung des Porzellans hätte vorführen

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