Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 85
/ 64
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 22
Ze starých dokumentů – rod Heßů a jejich Höfl-dvůr v Lesné

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

den Kauf mit der Begründung ab, daß er dort nur Raine und Sträucher gesehen hätte. Ein Förster kaufte dann dieses Grundstück für einen Pappenstiel und wurde durch Baugrund-Spekulation ein Millionär. Als man Heß seine geschäftliche Kurzsichtigkeit vorwarf, antwortete er lakonisch: „Der Taler des Bauern muß nach Schweiß riechen, wenn er wertbeständig bleiben soll". Ein sinniger und wahrer Ausspruch, dessen Nichtbeachtung schon manchen Konjunkturritter vom Sattel seines stolzen Gaules warf.

Seine zwei Höfe vererbte Franz Josef Heß an seine ältesten Söhne Andreas und Franz Josef. Er selbst kaufte sich von einem gewissen Hopf den Herchert-Hof (Höfl-Hof) in Leßnitz. Für die Landwirte müssen damals goldene Zeiten gewesen sein. Denn nicht genug damit, daß er seinem Sohn Hermann die beiden Schaffer-Höfe kaufte, gab er seinem Sohn Anton noch soviel mit, so daß auch dieser ein Anwesen erwerben konnte. Ein weiterer Sohn, Albert, heiratete in den Annerl-Hof in Schönwehr, die Tochter Anna wiederum kam durch ihre Verehelichung auf den Kluatzn-Hof in Leßnitz, während seine zweite Tochter Theresia in ein großes Anwesen in Neusattl einheiratete. Der Sohn Karl schließlich erbte den väterlichen Hof und dessen Sohn, ebenfalls mit Vornamen Karl, war der letzte Höfl-Bauer.

Aus dieser Ahnenfolge geht hervor, daß die genannte Sippe ein ausgesprochenes Bauern- und Soldatengeschlecht war. Nicht nur in den beiden Weltkriegen standen die Höfl's als Soldaten an vorderster Front, sondern auch in den napoleonischen Kriegen und im Feldzug 1866 kämpften ihre Mannen. Man erzählt sich, daß das Höfl-Geschlecht im ersten Weltkrieg nicht weniger als 18 Mann stellte.

Mit dem Höfl Karl, der in der Heimat sehr populär war, stirbt der Stamm in der männlichen Linie aus. Der Höfl Karl selbst verbringt seinen Lebensabend in Bad Friedrichshall bei seinem Schwiegersohn Dr. Fenkl. Er hadert mit dem Geschick und träumt von seinem schönen Anwesen, das er durch die Vertreibung verloren hat. In den Seitenlinien sind zwar noch männliche Sprößlinge vorhanden, doch nur der Schaffer Luis ist bodenständiger Bauer mit eigenem Grund unter den Füßen. H.

list 22 z 64
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.