Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 85
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Ze starých dokumentů – rod Heßů a jejich Höfl-dvůr v Lesné

Aus alten Dokumenten

Im Jahre 1945 wurde der Höfl-Hof in Leßnitz von tschechischen Partisanen geplündert, wobei unter anderem auch viele historische Dokumente der Vernichtungswut dieses Pöbels zum Opfer fielen. Der Höfl Karl (Heß Karl) hatte aber den Inhalt dieser vergilbten Papiere so gut im Gedächtnis, daß er die wichtigsten Punkte in seinen persönlichen Aufzeichnungen festhalten konnte. Wenngleich genaue Zeitangaben fehlen, so sind diese Aufzeichnungen sehr aufschlußreich, da sie einen Überblick über das Leben und Treiben unserer Vorfahren im 18. und 19. Jahrhundert bieten.

Das Geschlecht der Familie Heß wird im Jahre 1620 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Wiege der Sippe stand im Steffl-Hof zu Gfell. Ein Johannes Heß, „Amtmann" der Herrschaft Petschau, war Verwalter des „Alten Hofes" bei Neudorf. Er kaufte den Steffl-Hof für seinen Sohn Johann, der mit einer Elisabeth Eckl aus Neudorf die Ehe einging. Zum Heiratsgut der Braut gehörten 30 Gulden, eine Kuh, ein Schaf, ein Leinfeld und eine Hochwiese. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor: Balthasar, Johann, Georg, Anton, Franz und Elisabeth. Letztere verheiratete sich nach Neudorf und erhielt Grund und Aussteuer der Mutter wieder zurück. Franz erbte den väterlichen Hof (Steffl-Hof), Anton lernte Schneider (Ontl Schneider), Balthasar wurde Diener der Herrschaft Petschau (Nachkommen die Heß-Schmiede in Petschau), während Johann und Georg zum Militär kamen, den Feldzug gegen Friedrich den Großen mitmachten und 1759 bei Kolin gefallen sind. Der Altbauer Karl Heß besuchte in seinen jungen Jahren dieses Schlachtfeld.

Ein weiteres Dokument gab Aufschluß über Geldforderungen des Johann Heß an Neudorfer Bekannte über 90 Gulden, 30 Gulden usf. Diese Guthaben vererbte er laut Urkunde an seine Kinder. Die drei nächsten Nachkommen in der Geschlechtsfolge hießen Franz Heß. Einer davon hatte einen Sohn mit dem Vornamen Franz Josef, der die Franziska Reif vom Höfl-Hof in Gfell heiratete. Beide sind die Stammeltern der großen und weitverzweigten Höfl-Sippe. Franziska war ein uneheliches Kind, weil ihr leiblicher Vater — Klötzl Andreas aus Leßnitz (Nob) — kurz vor der Heirat zum Militär eingefangen wurde und in einem Zeitraum von 13 Jahren alle napoleonischen Feldzüge mitmachte. Da die Mutter im Kindsbett starb, wurde Franziska von den Großeltern erzogen und erbte den Höfl-Hof.

Man spricht heute viel von Kriegsdienstverweigerern. Nun, die hat es schon zu allen Zeiten gegeben. So wollte auch Klötzl nicht zum Militär, was man unter Berücksichtigung seiner persönlichen Situation und der langjährigen Kriegswirren der damaligen Zeit wohl verstehen kann. Klötzl hielt sich bei Mutter Grün am sogenannten „Moaschen-

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