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nur wenige Kilometer von der ehemals freien Reichsstadt Elbogen entfernt, die im Mittelalter eine größere Bedeutung besaß als die ehemals freie Reichsstadt Eger, die Hauptstadt des Egerlandes.
Die „Kaiserlich freie Bergstadt" Schlaggenwald wird im Jahre 1202 erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 1354 verleiht Kaiser Karl IV., der Gründer der ältesten deutschen Universität im deutschen Sprachraum zu Prag, der Stadt Schlaggenwald das Recht auf Gold, Silber und Zinn durch 12 Jahre zu schürfen; aus diesen 12 Jahren wurden Jahrhunderte. Seit diesem erteilten Privilegium blühte die Stadt auf, wobei besonders auf Zinn stark geschürft wurde. Durch den hochentwickelten Zinnbergbau gab es in Schlaggenwald in der damaligen Zeit berühmte Zinngießer, deren Erzeugnisse in alle Welt verschickt wurden. Das Zinngießerhandwerk erforderte viel Geschick und ein großes Schönheitsgefühl. Es entstanden prachtvolle Altarleuchter, herrliche Ampeln, schöne Weihwasserkessel, kunstvolle Trinkgefäße, ferner Zunftgegenstände, Teller, Löffel, Spielzeug und vieles andere mehr. Erst als die Porzellanindustrie im Sudetenland aufkam — in Schlaggenwald wurde 1792 die erste Porzellanfabrik Böhmens gegründet — ging der Absatz an Zinngebrauchsgegenständen zurück, so daß es im Jahre 1900 nur noch 6 Zinngießereien in Schlaggenwald gab.
Das Zinn kommt in der Natur meist als Zinnstein-Zinndioxyd mit der chemischen Formel SnO2 vor, es ist vielfach in andere Mineralien eingebettet und wird nach mechanischer Trennung von diesen Verunreinigungen durch Kohle zu metallischem Zinn reduziert. Das Metall Zinn ist silberweiß glänzend und wird bei Zimmertemperatur von der Luft nicht angegriffen. Heute wird Zinn für verschiedene technische Zwecke verwendet, so zur Herstellung von Weißblech, das ist ein Eisenblech, das mit einem dünnen, zusammenhängenden Überzug von Zinn versehen wird. Zinn ist ferner in einer Reihe wichtiger Legierungen enthalten, so stellt die Bronze eine Legierung von Zinn mit Kupfer dar, das Weichlot ist eine niedrig schmelzende Legierung von Zinn mit Blei, weiters gibt es Lagermetalle, das sind Legierungen aus Zinn, Blei, Kupfer und Antimon. Fortsetzung folgt.
Durch Recht zum Frieden! Sudetendeutscher Tag Frankfurt/Main Pfingsten 1962
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