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gen waren da zu sehen und bereiteten den Spalier stehenden Zuschauern an den Straßen ein wahres Vergnügen. Die Kinder hatten vor allem an den „Holmbauern" und „Bojazzern" ihre größte Freude. Die Bojazzer schwangen lange Stangen hin und her, an denen an einer Schnur entweder Brezen oder Knacker baumelten, die erhascht werden mußten. Wehe aber, wenn an der Schnur statt einer Wurst eine „Guggern" hing, die mit Ruß gefüllt war. Da gab es dann schwarze Gesichter, die aber dem fröhlichen Hollolo keinen Abbruch taten.
In diesem Maschkererzug sahen wir oft auch einen Kinderwagen, in dem ein kleines Kind lag, das in Wirklichkeit ein Mann war, der diese Rolle wunderbar spielte. Einmal konnte der Fahrer den Kinderwagen durch den Schneematsch kaum mehr vorwärts schieben. Er sagte daher zu dem Kind: „Toni, steich aus, ich daschöbs nimmer." Das „Kind" antwortete darauf schlagfertig: „En Dreck steichi aus, ich bin ja a Büscherl."
Ein besonders lustiges Faschingsereignis war die Brunnenweihe am Malzmühldamm in den zwanziger Jahren. Bei der Erneuerung der Dammauer zeigte sich auf der Mauersohle eine Quelle. Findige Stadtväter vermuteten ein Heilwasser und dachten schon an ein viertes Bad neben Karlsbad, Marienbad und Franzensbad. Man schickte daher eine Probe des Wassers nach Prag zur Untersuchung, deren Ergebnis jedoch negativ ausfiel, da das Wasser keinerlei Mineralien oder sonstige Wirkstoffe enthielt. Dieser Befund blieb natürlich nicht geheim. Ein paar Witzvögel hatten den Einfall, die Einweihung der Quelle im Fasching in Szene zu setzen, was auch wunderbar gelang.
An diesem Faschingsdienstag war ganz Schlaggenwald auf den Beinen. Hohe und höchste Herren mit Zylinderhut wurden in allen verfügbaren Autos und Kutschen zur Quelle gefahren, an der schon Brunnenmädchen und Kurgäste anwesend waren, darunter auch der Schah von Persien, den wir in unserer Faschingssprache „Pers von Schasien" nannten. Ein begabter Redner hielt bei der geschmückten Quelle eine Ansprache über den Aufstieg der Kurstadt Schlaggenwald. Die Gasthäuser hatte man bereits in Kurhäuser umbenannt, wie „Reingold" (Gasthaus Reinhold), „Zu den vier Jahreszeiten" (Gasthaus Dietrich) usw. Es war damals ein sonniger Tag ohne Schnee ud Matsch, an dem dieses schöne Faschingsereignis den Bürgern unserer Stadt vorgeführt wurde.
Bei all diesen Vorgängen blieb die Politik außer Erwähnung. Unter den Masken gab es keinen Unterschied der politischen Anschauung. So feierten wir daheim Fasching mit wirklichem Humor und ohne große Kosten für den einzelnen. Nachher, wenn alles gut überstanden war, dachte man noch oft an die schönen Stunden dieser närrischen Zeit, an die auch ich mich heute noch gerne einmal erinnert habe.
Mit einem freundlichen „Hollolo" Euer Otto
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