Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 84
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Vzpomínky na masopust v Horním Slavkově

Faschings-Erinnerungen

In der neuen Heimat treibt die tolle Faschingszeit, die in diesem Jahr bis in den März hineinreicht, ihrem Höhepunkt entgegen. Schon bei Beginn dieser närrischen Periode wurden in allen größeren Städten Prinzenpaare gekürt, Prinzengarden aufgestellt und Prunksitzungen abgehalten. Dies alles gab es bei uns daheim nicht. Auch fingen wir mit der Narretei nicht schon am 11. 11. an, wie es hierzulande geschieht, sondern konnten die Zeit abwarten, bis die Weihnachtskrippe ihren Platz verlassen und der Weihnachtskreis sich zum Lichtmeßtag geschlossen hatte. Wir hielten die richtige Faschingszeit genau ein, wie sie der Kalender anzeigte.

Trotz dieser Beschränkung konnten sich bei uns die Freunde der Narretei genug austoben. Die in unserer Heimatstadt Schlaggenwald geübten Faschingsbräuche bereiteten den Beteiligten vielleicht mehr Freude und Genuß, als die hiesigen Karnevalsfeiern, bei denen sehr oft die äußere Aufmachung überwiegt. Wie schön war es doch, wenn bei uns am Dienstag, Donnerstag, Samstag und Sonntag, den Haupttagen der Maschkerade, die Masken in den Abendstunden von Gasthaus zu Gasthaus zogen. Die Musik im Gastlokal spielte auf, wenn draußen das „Grrr" zu hören war. Die „Maschkerer" suchten sich ihren Tänzer oder ihre Tänzerin und drehten zwei oder drei flotte Runden. Dann ging es weiter ins nächste Gasthaus. Als Einzelgänger, zu Paaren oder in Gruppen kamen die Masken gezogen und ließen sich von den Zuschauern bewundern.

Man sah ganze Haremsgruppen mit ihrem Scheich, Leierkastenmänner, Märchengestalten, Musikanten mit Papierinstrumenten, sogar eine Damenkapelle fehlte nicht, unter deren weißen Kleidern und Perükken allerdings keine Frauen, sondern Männer steckten. Einmal kreuzte ein Bäckerjunge auf, der ein Mädchen war, das nur mit Mühe ihre weiblichen Vorsprünge in die männliche Kleidung zwängen konnte. Umgekehrt gingen die Männer gern in Frauenkleidern „maschkern". Doch so vornehm auch manche „Dame" wirkte, die großen Füße verrieten sofort das Geschlecht. Man staunte oft über die originellen Verkleidungen, die eine reiche Phantasie und viel Witz verrieten, wie z. B. die Frauen, die als Katzen erschienen und kläglich miauten. Viel Beifall erhielten die Schlaggenwalder Matrosen mit ihrem Kapitän und jenes Maskenpaar, das die in den zwanziger Jahren so beliebten Filmkomiker Pat und Patachon verkörperte.

Als sich einmal die Mäher organisieren wollten, traten zur Faschingszeit „Die vereinigten Moder" mit Papiersensen auf den Plan und vereitelten den Zusammenschluß. Bei keiner Fasching fehlten die „alten Jungfern" und „Schlommeln", die mit zu den traditionellen Faschingsfiguren gehörten. Noch viele originelle Masken

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