Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 84
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Knihy, které stojí za přečtení

Lesenswerte Bücher

Unser Pfarrer Hacker. 74 Seiten, kartoniert, Preis 2,90 DM. Verlag: Sudetendeutsches Priesterwerk e. V., Königstein (Taunus). — Das Büchlein enthält das Lebensbild des bekannten Volkspriesters Msgr. Hacker. Es ist ein Mosaikbild, das in vereinter Arbeit zahlreicher Priester, Egerländer Heimatgenossen und Heimatforscher entstanden ist. Pfarrer Hacker war ein Mann von Mutterwitz, schlagfertig, gerade, ohne jede Prüderie. Aber er war trotzdem kein „Hockewanzl". Der tiefe sittliche Ernst, der auch hinter seinen Späßen, die Güte, die hinter seinem kräftigen Wort standen, unterschieden ihn von jenem Spaßmacher und Polterer aus Nordböhmen. Er war ein Kämpfer für die alte Heimat und Wegbahner der Versöhnung und Verständigung zwischen Vertriebenen und Altbürgern in der neuen Heimat. Möge dieses Gedenkbuch die Erinnerung an ihn wachhalten.

Johannes F. Barnick: Die deutschen Trümpfe. 310 Seiten, Leinen 14,50 DM. Seewald-Verlag, Stuttgart-Degerloch. — Jede Seite dieses ungewöhnlichen Buches ist eine Herausforderung. Der Verfasser beweist, daß Deutschland — allen landläufigen Meinungen zum Trotz — in der heutigen politischen Weltlage etwas zu bieten hat und mehr erreichen kann, als es seither bescheidenerweise auch nur angestrebt hat. Deutschland ist — so paradox es auch klingen mag — wieder am Zug. Es kommt nur darauf an, daß es die Trümpfe richtig auszuspielen versteht. Der Verfasser erweist sich als ein politischer Denker von großem Format, wie es hierzulande nur ganz selten anzutreffen ist.

Mario Moessinger: Zweifel an Europa. 206 Seiten, Leinen 12,80 DM. Seewald-Verlag, Stuttgart-Degerloch. — Ein sehr instruktives Buch, dessen Autor sich eingehend mit der europäischen Intergration befaßt und die derzeitigen europäischen Institutionen kritisch unter die Lupe nimmt. Er stellt Fragen, die im Hinblick auf die weltpolitische Situation einer Beantwortung bedürfen. Wenn auch die Ausführungen des Autors über die EWG in vielen Punkten widerspruchsvoll sind, so weisen seine Darlegungen jedoch auf manche Probleme hin, die gelöst werden müssen, wenn die wirtschaftliche und politische Einigung Europas nicht in eine Sackgasse geraten soll. — Die hier besprochenen Bücher liefert unser sudetendeutscher

BUCHHÄNDLER BÖHRINGER
Seit 1919
WUNSIEDEL / BAY.
BAHNGÄSSCHEN
Eger - Karlsbad

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Kde vládne duch

»Wo Geisteskräfte walten«

Von Heinrich Heß, Gfell-Diendorf

Wenn ein Bauer eine Rede schwingt, so ist diese meist sehr kurz oder sehr stockend, sofern sie nicht ganz und gar im Lampenfieber erstickt. Der Zenk erbrachte jedoch den Beweis, daß dies durchaus nicht die Regel zu sein braucht. Als fortschrittlicher und ein im Vereinsleben aktiver Landwirt traf ihn das Los, als Bezirksbauernführer ernannt zu werden. In dieser Eigenschaft sollte er vor den Landwirten der Stadt Lauterbach sprechen. Doch woher so schnell die Rednergabe nehmen? Er sah daher den Dingen, die da auf ihn zukamen, mit gemischten Gefühlen entgegen. Er konnte grübeln wie er wollte, die Beredsamkeit wollte sich einfach nicht einstellen, bis ihm endlich die Erleuchtung kam und er die richtige Methode fand.

Eines Tages vernahmen seine Angehörigen, die beim Dreschen beschäftigt waren, ein Schimpfen und Schelten im Hof, ohne den Urheber dieses Spektakels zu sehen. Man glaubte zunächst, das Radiogerät wäre eingeschaltet. Das war aber nicht der Fall. Doch dann machten sie eine andere Entdeckung. Im stillen Örtchen tobte jemand, daß die Bude wackelte. Belustigt lauschte die Ehefrau mit ihren fünf neckischen Töchtern dem Referat des Familienoberhauptes, der mit patriotischem Elan seine grünen Kämpfer ins Trommelfeuer der Erzeugungsschlacht trieb.

Als der Rudl die Sitzung verließ, sah er, wie sich vor dem Häuschen sein ganzer weiblicher Anhang in Lachkrämpfen wand. Das machte ihm aber nichts aus. Die Hosenträger festknüpfend, erklärte er mit heroischem Pathos: „An diesem Ort kommen mir die besten Ideen; ich werde eine Rede halten."

Im Laufe der Zeit bewies der Zenk, daß sich auch ein Bauer zu einem tüchtigen Redner entwickeln kann. Doch stets, wenn er einem gewissen Häuschen zusteuerte, steckten seine Göhren die Köpfe zusammen und wisperten sich zu: „Es riecht nach Versammlung, der Vater studiert wieder eine Thronrede."

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