Gasthaus »Zum goldenen Löwen«
Besitzer Josef Heinrich, Töppeles Nr. 2
Von Franz Schuster, Töppeles - Frankfurt a. M.
(Fortsetzung und Schluß)
Im Jahre 1887 kam es zur Gründung des Männer-Gesang-Vereins und der Freiwilligen Feuerwehr. Zu den Gründern des MGV gehörten: Oberlehrer Josef Zschorschel als Chorleiter, Müllermeister Heinrich Lugert als Obmann, Gastwirt Josef Heinrich als Stellvertreter und Schriftführer, sowie Kaufmann Anton Markof als Kassier. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr stand Josef Heinrich als Gründungsmitglied an führender Stelle. Anfangs der neunziger Jahre erfolgte der Anbau einer Glasveranda. Anlaß dazu war der rege Chaisenverkehr (Kutschen mit Gummirädern) und die vielen Radfahrer innerhalb des Bäderdreiecks. Von Karlsbad her als erste und Marienbad aus als letzte Raststätte, lockte diese ideale Glasveranda — an der schönsten Stelle des romantischen Tepltales gelegen — die reichen Kurgäste direkt an, denn es gab ja noch keine Eisenbahn und ein Fahrrad im Werte von 120 Gulden konnte sich nur ein Kurgast leisten. Bekanntlich gab es in den Kurstädten bis zum Jahre 1937 getrennte Speiselokale. Die Kurgäste gingen in den Speisesaal und die Einheimischen in die sogenannte „Schwemme“. Für das gleiche Essen aus der gleichen Küche zahlte aber der Kurgast brav und gerne den dreifachen Preis. Das Glanzstück der Glasveranda war die eingebaute Bühne mit buntbemaltem Vorhang, Souffleurkasten und vielen auswechselbaren Kulissen. Während der Aufführung hatten auf der Bühne neben sämtlichen Darstellern auch der Kellner für den Getränkeausschank, ferner der Friseur und Perückenmacher Anton Gaßner aus Donawitz mit Kostüm- und Gablonzer Schmuck-Verleih ihren ständigen Platz. Selbst die verwöhnten Sprudelstädter (Karlsbader Schützen mit Anhang) waren noch anfangs der zwanziger Jahre von den Theateraufführungen beeindruckt.
Bis 1906 war die zweite Volksschulklasse (für die Neun- bis Vierzehnjährigen) mit Lehrerwohnung im ersten Stock untergebracht. Die zweiten Lehrer namens Harand, Lorenz, Holzinger, Schrott und Ott hatten dort ihre Wohnung. Auch Fremdenzimmer standen zur Verfügung. Josef Heinrich war gelernter Fleischer und hatte bis 1915 einen regen Fleischhauerbetrieb. Ab 1903 bis 1919 wurden aus 2 Brüchen (an der Kaiserstraße und in der Silberlouch) Glassteine über den Bahnhof Töppeles nach der Glasfabrik Neusattl geliefert. Anfangs 1920 kam es zur Errichtung einer Tankstelle und zum Bau einer Kegelbahn. Als Obstzüchter war der Sohn Heinrich bekannt. Bis zur Austreibung hatte er bereits einen Bestand von 280 Obstbäumen. Während der Kriegsjahre 1914/18 wohnten Flüchtlinge aus Tarnopol und Czerno-
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