Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 84
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Horní Slavkov před 50 lety – rok 1912 (1. pokračování)

In Schlaggenwald vor 50 Jahren

Ein Lebensbild unserer Heimatstadt vom Jahre 1912. Nach Meldungen in der „Elbogener Zeitung", zusammengestellt von Ing. Ernst Horner.

1. Fortsetzung.

Am „Tollen Donnerstag", den 15. Feber, gab es im Hotel „Zum roten Ochsen" eine große Maskenredoute. Die Masken versammelten sich im kleinen Saal. Punkt 8 Uhr erfolgte unter den Klängen der Schützenmusik der Einmarsch in den großen Saal, wo Tanzlehrer Wilhelm Leist zuerst eine Karneval-Polonaise arrangierte (ohne pul). Eintrittspreis pro Person 80 Heller, Masken 60 Heller.

Ende Feber erschien von Bürgerschuldirektor und Heimatschriftsteller Johann Hahn das Buch „Heimatklänge" im Verlag der Buchdruckerei Richard Zinner in Elbogen. Es kostete 2 Kronen und enthielt viele gutgeschriebene Erzählungen aus der reichen Vergangenheit unserer Heimat, wie „Rosen im Schnee", „Prokop der Bergmann", „Der Stern der Liebe", „Sylvester unter der Erde", „Die Jagd nach dem Glück", „Kaspar Brusch", „Bürgermeister Span", „Der Hexenbub", „Sigmund Wann", „Die letzte Hinrichtung von Schlaggenwald" und andere mehr.*)

Am 10. März hielt der Verein der Hausbesitzer im Restaurant des Alois Weiß seine zweite, ordentliche Hauptversammlung ab, die gut besucht war. Der Obmann Franz Steinbach gab den Tätigkeitsbericht, während Anton Dörfel (Friseur) den Kassenbericht erstattete. Der Bürgermeister Franz Keylwert sprach über Sinn und Zweck dieses Vereins, wobei er die Mitglieder ermahnte, auch der Feuerwehr beizutreten, wenn schon nicht als aktives, so doch als beitragendes Mitglied.

Am 7. Mai fand in Schlaggenwald die vom Minister für Landesverteidigung angeordnete Pferdeklassifikation statt, bei der ab 8 Uhr früh die Pferde der Gemeinden Schlaggenwald, Schönfeld, Lauterbach, Gfell, Rabensgrün, Leßnitz, Stirn, Poschitzau, Zech, Höfen und Nallesgrün am Marktplatz vor dem Rathaus vorzuführen waren.

Am Ostersonntag brachte der Dilettantenverein unter der Leitung von Friedrich Sturm das erste Schauspiel dieses Vereins: Sudermanns „Johannisfeuer" im überfüllten Saal des Hotels „Zum roten Ochsen" zur Aufführung. Fräulein Betty Reif, die die Hauptrolle spielte, erhielt reichen Beifall. Die Zeitung schrieb dazu, daß sie selbst auf einer größeren Bühne Erfolge erzielen würde.

Der Deutsche Turnverein und der Deutsche Gesangverein von Schlaggenwald veranstalteten unter Mitwirkung des Deutschen Turn-

*) Einige dieser Erzählungen wurden auch im Schlaggenwalder Heimatbrief

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