Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 132 (květen 1973)
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Kostel svatého Mikuláše a poklady na Krudumu

Die NIKLASKIRCHE

Am Fuße des Krudums, und zwar auf der Mitternachtsseite desselben, waren etwa vor einem Menschenalter noch die Trümmer der sogenannten Niklaskirche sichtbar. Die Gegend wird deshalb heute noch „am Niklas" genannt.

Wenn man vom Weinbrunnen, einer Quelle mit vorzüglichem Trinkwasser, bergan schritt, gelangte man zu einem langgestreckten Mauerwerke, das gegen Sonnenaufgang abgerundet war, und von da zu den Grundmauern zweier viereckiger und eines runden Turmes. Zwischen diesen hindurch und unterhalb des letzteren zogen guterhaltene Wälle. Der innerhalb dieser Wälle befindliche Raum wurde von Schatzgräbern eifrig durchwühlt.

Vor etwa hundert Jahren hat man übrigens eine umfassende Nachgrabung vorgenommen, die tatsächlich ein Ergebnis hatte. In einem Keller fand man einen runden Tisch aus Eichenholz mit einer in der Mitte eingesetzten Marmorplatte und darauf stand ein Kruzifix mit zwei Leuchtern, vor welchen ein Dolch lag. An der Wand kauerte ein menschliches Gerippe.

Frau Sage ist auch bezüglich dieses Ortes nicht müßig gewesen und erzählt uns davon allerlei. Schatzgräber, die sich da zu schaffen machten, wurden gerade in dem Augenblicke von einem furchtbaren Steinregen überrascht, als sie eine große Truhe aus dem Boden heben wollten.

Sie mußten entlaufen, und als sie am nächsten Morgen den Platz wieder aufsuchten, war die Grube gänzlich verschüttet.

In dem ehemaligen Klosterkeller soll, wie im Krudum, eine Mende des besten Weines liegen, den ein Mann mit einer Kapuze behütet, der in der Mittagsstunde manchmal sichtbar wird. Holzleute und Feldarbeiter begegnen hier häufig einem Weibe in weißen Kleidern und einem weißen Kopftuch, das an einem Riemen einen Bund Schlüssel, weiters einen neuen, leeren Topf und einen neuen Löffel darin trug. Obwohl die Leute sie mehrmals anredeten, erhielten sie nie eine deutliche Antwort und sie verschwand ihnen urplötzlich aus den Augen.

Was Schatzgräber trotz aller Mühe am Niklas nicht finden konnten, wurde anderen ohne Mühe zuteil. Ein Bäuerlein trug einen Topf voll Käse nach Falkenau zu Markte, verkaufte sie gut, und da es auf dem Rückwege müde und hungrig geworden, setzte es sich, es war gerade beim Niklas, auf einen Baumstumpf. „Ich muß doch nachschauen," sprach der Mann zu sich, „ob nicht einige Käse übrig geblieben sind." Und siehe da, drei derselben lagen noch auf dem Boden des Topfes. Aber die Klinge des Messers wollte durch dieselben nicht hindurch. Ganz verwundert darüber schabte er daran: es waren drei Goldstücke, die er jubelnd den Seinigen nach Hause trug.

Ein anderer Mann, ein Fleischhauer aus Birndorf, trug auch Käse zu Markte und setzte sich ebenfalls beim Niklas auf einen Stein. Da kam des Weges ein Fremder daher und bot ihm für vier Käse drei Kreuzer. Der Fleischhauer ging auf den Handel gern ein. Da er dann seinen Weg fortsetzte und in Dreihäuser einkehrte, fand er statt der drei Kreuzer drei blanke Taler in der Westentasche. Er eilte zurück und suchte den Fremden, fand ihn jedoch nicht mehr vor.

Johann Hahn

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