Schlaggenwälder Heimatbrief — Folge 132 (květen 1973)
/ 24
česky německy obojí klasické zobrazení →
Sken listu 15
Vzpomínka na Horní Slavkov a okolí

⟵ věta pokračuje z předchozího listu

geheiratet hatte — nahmen uns sofort auf. Alle fünf wohnten wir bei dem jungen Ehepaar. Es folgten unvergeßlich schöne Tage. Bald war uns Schlaggenwald und Umgebung so vertraut, als hätten wir es schon immer um uns gehabt. Außerdem hatte Oberlehrer Sturm unseren Geist sehr angeregt mit seinen Schilderungen. So erlebte ich eine wunderschöne Zeit.

Leider haben es die nachfolgenden Jahre nicht mehr erlaubt diese Stätte nochmals aufzusuchen. Die wunderbaren Ausflüge, die wir jeden Tag unternahmen, haben uns

immer wieder Neues erschauen lassen. So tief beeindruckt hatte mich selten der Wald wie dieser in der Umgebung von Schlaggenwald. Diese herrlich großen geradegewachsenen Tannen. Ich kannte ja nur märkische Kiefern. Nun waren die böhmischen Tannen von jeher ein begehrter Baum, dessen Stamm die besten Schiffsmaste ergab.

Immer besser gefiel es uns bei meinen jungen Schlaggenwaldern. Das Städtchen lag so verträumt zwischen den Hügeln dahingestreut, und die Menschen waren alle freundlich und fröhlich.

Gut ist mir das Tal von Karlsbad in Richtung Marienbad in Erinnerung. Das Flüßchen, das sich zwischen den links und rechts aufragenden Bergen dahinschlängelt und unweit von Karlsbad in einem Staubecken aufgehalten wurde, strömte eine heilsame Ruhe aus. Auch das Tal von Schlaggenwald nach Elbogen fand ich sehr interessant, als wir es durchwanderten, um nach Hans Heiling zu gelangen. Den Heimweg von Hans Heiling werde ich nie vergessen. Es ging durch herrlichen Tannenwald über ein Forsthaus nach Hause. Beim Austritt aus dem Wald konnte man die Kirchturmspitze sehen. Ein Jagdhaus lud uns zum Verweilen ein. Dort weilte eine Bekannte von Richard aus Elbogen, die uns gut bewirtete. Dieses Jagdhaus gehörte einem Herrn aus Karlsbad, den wir dann auch noch kennenlernten. In der Dämmerung kamen wir müde an. Es waren schöne Wandertage und der herrlichste Sonnenschein hat uns begleitet an allen diesen Tagen.

An einem schönen Sonnentag begaben wir uns auf den Weg nach Marienbad. Wir wollten soweit wie möglich eine Fußwanderung unternehmen. In südlicher Richtung führten uns Richard und Otti durch friedliche Orte. Einen habe ich mir noch gemerkt.

Es war Lauterbach. Dort gab es sehr gute Möbelschreiner. Wir schauten natürlich in einige Werkstätten hinein. Denn Handwerk hat uns immer interessiert. In einer solchen Schreinerei geschah es denn auch. Meine Schwester hatte sich in ein wunderschönes handgearbeitetes Schlafzimmer verschaut und erstand es auch. Nun ging es weiter bis Sangerberg. Dann bestiegen wir den Autobus, denn wir hatten doch ein Stückchen vom Kaiserwald gesehen, und es ging Marienbad zu. Da nicht mehr viel bis Mittag fehlte, kehrten wir im „Egerländer Hof" ein und haben uns kräftig gestärkt. Anschließend nahmen wir uns Marienbad vor, es blieb kein Winkel ausgelassen. Erinnern kann ich mich an den massigen bronzenen Goethe, der da in der Anlage saß. Gegen Abend haben wir nach Richards Vorschlag die Eisenbahn bis Petschau benutzt. Von dort aus sollte es noch ein wunderschöner Heimweg werden, sagte er. Er habe diesen so oft als Junge benützt und fände ihn sehr reizvoll. So marschierten wir vom Bahnhof eine ganz schönes Stück auf der Landstraße — die zwischen dem Flüßchen und der Stadt dahinführte — an einer Burg vorbei. Dann ging es links ab einen steil berganführenden Steig hinauf. Ich möchte nicht verhehlen, daß die Müdigkeit bereits bei allen sichtbar wurde. Aber auf der Höhe angekommen, lag ein herrliches Panorama vor uns. Bis zum Erzgebirge konnte man schauen. Ein Dörfchen lag friedlich vor uns, es wurde durchwandert. Die Sonne schickte sich an hinter einem Hügel zu versinken.

Links und rechts des Weges wiegte sich das Getreide auf den schlanken Halmen, und die Ähren neigten sich, als wollte man uns begrüßen. Als wir Schlaggenwald erreichten, dämmerte es und wir waren froh, daß die Kirchturmspitze immer höher wuchs mit jedem Schritt, den wir taten.

Ich kann heute — es sind ja immerhin mehr als 30 Jahre vergangen — nicht mehr jede Einzelheit beschreiben, die mir Schlaggenwald so vertraut gemacht hat. Aber es waren bestimmt die beiden jungen Menschen, die der Zufall mir ins Haus brachte, daß mir der Ort und viele Menschen dort lieb geworden sind. Leider kam der schreckliche Krieg so früh und es gab keine Gelegenheit mehr, dieses schöne Fleckchen Erde nochmals aufzusuchen.

list 15 z 24
Rozdělení textu na listy je odhad — text může o odstavec přetéct na sousední list. Původní znění vlevo je vždy přesné.
Klikni na větu a ukáže se, kde na skenu stojí. Zvýrazňují se celé řádky, ne přesná slova — místo je tedy přibližné.