## Wöi håmma daham gsågt?
Vorsilben erweitern und ergänzen auch viele mundartliche Ausdrücke. Beispiel „reiben – reibm": abreiben – oreibm, einreiben – aa(nreibm, hinreiben – hiereibm, verreiben – vareibm, zerreiben – zareibm.
Weitere Beispiele:
abziehen – ozöiha
abknöpfen – osaggln
anziehen – uazöiha
anlügen – ualöign
aufziehen – afzöiha
aufzählen – afzühln
ausziehen – aszöiha
ausjäten – asgroosn
danebenschießen – danebmschöißn
daneben schlagen – danebmschlogn
davonlaufen – davualaffm
davonfliegen – davuaflöign
einkaufen – aa(nmårkn
einbüßen – aa(nböißn
erzählen – dazühln
erbarmen – dabårma
heimgehen – hamgöih
heimkehren – hamkäihan
herumtreiben – rimtreibm
herumalbern – rimolwan
herunterwerfen – runtaschmeißn
herunterholen – runtahuln
hinfallen – hiefålln
hinplumpsen – hieplåschn
hinabrufen – nunta-, noröifm
hinabsteigen – nunta-, nosteign
hinaufklettern – naufkraxln
hinauftragen – nauftrogn
hineintreten – neitåppm
hineintrinken – neikuddln
hinüberkriechen – nüwakröichn
hinüberziehen – nüwazöiha
nachlesen – nåuchährln (Korn)
nachkaufen – nåuchkaffm
überlaufen – üwa-, iewalaffm
überdrehen – üwa-, iewadrahn
verkriechen – vakröichn
verhöhnen – vahöihna
zerfließen – zaflöißn
zerdrücken – zadruggn
zuschließen – zouspirrn
zulassen – zoulaua
zusammenkleben – zåmmpichn
zusammenkehren – zåmmkiahn
Wenns döi Vuasilbm niat schu gab, dånn möißt ma sa dafinna, oda ebba niat?
## Querbeet im Mundårtgårten
Aufgowln – ausfindig machen, auftackeln – auffällig kleiden, austariern – ins Gleichgewicht bringen, austifftln – genau ausrechnen, Blumala – Blümchen, Blunzn – Blutwurst; dicke Frau, Bootschn – Hausschuhe, Bommerråntschn – Orangen, Buchtln – Rohrnudeln, Bucklkurb – Rückenkorb, Bucklstirza – Purzelbaum, Bunna – Bohnen, Burniß – Erdnüsse, Eiaschwammala – Pfifferlinge, ei(nsogn – einsagen, ei(nwaggn – einweichen, Eslsbånk – letzte Schulbankreihe, Gålfalåtzn – Speichellätzchen, Gatschala – kleine Enten, Gattahuasn – lange Unterhose, Gölsn – Stechmücke(n, greina – weinen, Griefm – ausgelassener Speck, Gråußgusch – Prahlhans, Gschling – Innereien.
As nächsta Mål gäihts weita!
Redensarten – wöi ma hålt sua gredt håut: Wenn
– einer finster dreinschaut: Der mecht a Gsicht wöi a Schuara,
– jemand unmäßig viel trinkt: Der safft wöi a Luach, a Bürschtnbinda,
– es sich um einen einsamen, entlegenen Ort handelt: Dåu soucht jå da Teifl seina Gunga niat,
– ein junger Naseweis klüger sein will: Dåu is as Ei gscheita wöi die Höihna,
– man hofft, daß alles wieder in Ordnung kommt: Wiad schu wieda wer(dn, sagt da Fuchs zan Bärn,
– einer zittert: Der zittat wöi Espmlaub,
– jemand besonders vornehm tut: Der kinnt daher wöi da Gråf Pobl*)
– man klein beigeben muß: Dåu mou ma za Kreiz kröichn,
– eine langwierige Sache weiter stockt bzw. endlich gelöst ist: Mit da Zeit blöiha die Håckstöck,
– eine verhängnisvolle Lage droht: Dåu is Polen offm,
– man es einem zeigen will: Dian wiari Muras beibringa.
*) stammt vmtl. von Wilhelm Graf Popel von Lobkowitz, Obersthofmeister der protest. Aufrührer in Prag anno 1618.
Scherzfragen:
„Woos kochstn heint?" – Antworten: „Gunga Hund u Duaschn." Oder: „Aan Tuap in ånnan u an Hodan dazwischn, daß nix uabrennt!" Übersetzung: „Was kochst du heute?" – „Junger Hund und Futterrüben." Oder: „Einen Topf in einem anderen und einen Putzlumpen dazwischen, damit nichts anbrennt!" Goutn Åppatit!
Faschingsvers:
O du löiwa Fosnat, kinnstn du schu wieda! Fäan håmma Kria(n groobm, heia groobm ma wieda. Hollolo, hollolo, hintn hängt die Fosnat no!
Anm.: Fosnat – Fastnacht, Fasching, fäan – voriges Jahr, Kria(n – Kren, Meerrettich, heia – heuer, dieses Jahr.
Fröiha, daham, dåu wår die Fosnat a richtigha Hetz!
## A wing woos zan Schmunzeln
Da Naaz, sei(n Wei(b, die Liesl, u ihr Bou, da Karli, döi san in Gebirgh ban Wåndern. Wöi sa am Gipfl san, strählt die Liesl üwas gånza Gsicht:
„Waßt as nuch, Naaz? Vua fåst sechs Gåuhan wårn ma as letzte Mål dåu herobm." – Dåu draf fräigt da klana Karli: „Mama, wår ich dåu aah schu dabei?" – „Naa", sågt da Dada, „ban Naufgöih nuch niat!"
Drei Weiwa steckn d'Kiap zåmm u kåusn üwa ihre nowlan Schwieghasih(n. „Da meina, der is a ‚von'", sagt die aana. Die ånnara trumpft auf: „Da meina is suagåua a ‚von und zu'." – „U da meina is a gånz Bsondara", daz(ühlt die Dritte, ‚der is auf u davon'."
Da Bello, a Bulldogg, sitzt vuaran Haus u baalt nauf. Ua(bm schaut Rolf, da Schäfahund, runta. „Kumm runta, touma a wing Strawanzn", schlegt da Bello vüa. – Da Rolf: „Ich kua niat naus, sie håbm mi ei(ngspirrt!" – Bello: „Dånn spring hålt runta!" – Rolf: „Ich spinn doch niat. Ich mecht niat sua ausschaua wöi du!"
An Müller sei(n Bou fräigt: „Du, Dada, wöiv(ül gittst ma, wenn i da sogh, woos da Bröiftrogha jedn Toogh za da Mama sågt?" – Vata: „Dåu hast zeh(n Euro! Riad!" – Da Bou: „Er sågt jedn Toogh desselwa: ‚Schöin gou(tn Murgn, Frau Müller, dåu bring i ihre Post ...'"
Da Peter, a Bauernbou, gäiht van Fröihling ua meistns bårföißigh in d'School, owa die Föiß san hålt imma volla Dreeg. Nua
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