5.3. (Mi) Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit
19.3. (Mi) St. Josephstag
20.3. (Do) Frühlingsanfang, Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium)
Donnergrollen um Kunigund, treibt's noch lang der Winter bunt.
Sternzeichen: Fische (20.2. – 20.3.)
Die Faschingszeit endet mit dem Faschingsdienstag. Am Aschermittwoch beginnt die vorösterliche Zeit; sie dauert 46 Tage und endet am Karsamstag.
Der Frühlingsanfang hat seinen „festen" Termin: 20. oder 21. März. Dem ersten Vollmond im Lenz (heuer erst am 15.4.) folgt unmittelbar das Osterfest (20./21.4.).; diese beiden Termine sind „beweglich" und ändern sich jedes Jahr. Daher richtet sich auch die Dauer der „närrischen" Zeit nach dem ersten Vollmond im Frühjahr und fällt somit recht unterschiedlich lang aus.
## Es wechseln die Zeiten ..
Aus den Aufzeichnungen eines Egerländers, geboren im Jahre 1900. An seinem 70. Geburtstag blickte er zurück:
„Vorbei sind nun die schönen Festtage zum 70., und mit alltäglichem Trott geht es in das achte Jahrzehnt dieses Jahrhunderts. Wir haben es uns als kleine Kinder gewiß nicht träumen lassen, daß wir dieses Jubiläum erreichen werden und noch erleben, daß Menschen gleich Phantasten zwischen Mutter Erde und Trabant Mond hin- und herreisen. Und wenn wir zurückblicken in Freud und Leid, so sind halt immer noch die Kindheits- und Jugendjahre die sorgenlosesten gewesen. Wie oft sangen wir: „Gott erhalte, Gott beschütze unsern Kaiser, unser Land ..." und zogen vor den schwarz-gelben Fahnen unsere Mützen im Bewußtsein, k.u.k. Staatsbürger zu sein. So haben wir die ersten achtzehn Jahre im Habsburger Erbland „Königreich Böhmen" unter Kaiser Franz Joseph dem Ersten (bis 1916) und seinem Großneffen Karl „dem Letzten" (bis 1918) verbracht, die letzten vier im Ersten Weltkrieg. Von der „hohen Politik" verstanden wir nichts.
Erst gegen Ende anno 1918, als die Donaumonarchie Österreich-Ungarn von Hunnen- und Hussitenvölkern (gemeint sind Russen und Tschechen, Anm.) zerschlagen wurde, begriffen wir, daß sich eine neue Zeit anbahnte; keine gute, wie sich bald herausstellen sollte! Nun wurden wir, ohne gefragt zu werden, zu neuen Staatsbürgern erklärt, nämlich der neugegründeten Tschechoslowakei, mußten dann 20 Jahre der blau-weiß-roten Flagge unsere Reverenz erweisen und „Kde domov muj" (Wo ist meine Heimat. Anm.) singen. Viele von uns wurden zum Militärdienst in der ČSR-Armee einberufen.
Es waren zwei sorgenvolle, spannungsreiche Jahrzehnte zu überstehen, in denen wir als deutschsprachige Bevölkerung viele Nachteile hinnehmen mußten.
Die Drangsale mehrten sich, die Arbeitslosigkeit und Not wuchsen. Die Lage wurde schließlich unerträglich. Wieder drängten die Verhältnisse nach Veränderung. Daher war die Freude groß, als der Ruf „Wir wollen heim ins Reich" durch die Lande ging. Nicht die Tendenz zum Nationalsozialismus, sondern die Befreiung vom Joch der Tschechen, die alles taten, um uns ihren Nationalstaat zu verleiden, war die Triebfeder, den „Anschluß" herbeizusehnen. Wieder wurden wir neue Staatsbürger, grüßten die Fahne mit dem Hakenkreuz und sangen „Deutschland, Deutschland über alles". Daß diese neue Staatsbürgerschaft nicht einmal sieben Jahre dauern würde, konnten wir nicht ahnen. Die „braunen" Machthaber trieben zum Krieg, und schon 1939 mußte ich zur Großdeutschen Wehrmacht einrücken, so daß ich von den sieben Jahren allein sechs in Frankreich verbrachte.
Wie diese erfolg- und ruhmreiche Wehrmacht samt Führer, Volk und Vaterland 1945 unterging, darüber wird man noch nach Jahr und Tag lesen können.
Ich verbrachte bei Paris, danach in der Normandie und am Atlantik, trotz Resistance und vor der alliierten Invasion im Jahre 1944, unbeschwerte Tage, doch blieben kummer- und sorgenvolle nicht aus. Da ich dieses Land 1940 „illegal" betreten hatte, mußte ich als verhaßter „boche" später 30 Monate hinter Stacheldraht und mit Strafarbeit verbüßen. Im Jahre 1947 kam endlich der Tag der Freiheit.
Ich ließ mich nicht in die alte Heimat, die neue Tschechoslowakei, entlassen, sondern nach Bayern. Hier, in der Nordostecke des Freistaates, traf ich meine Familie und Verwandten wieder; sie alle hatte die Willkür der Siegermächte getroffen: die Ausweisung aus der Heimat. Hier erfuhr ich auch, was meine Lieben nach Kriegsende unter der Schreckensherrschaft rachsüchtiger Tschechen zu erdulden hatten.
Hier, in der uns doch verwandten Oberpfalz, faßte ich wieder Fuß, ordnete mich im Arbeitsprozeß ein, grüßte die weißblaue Rautenfahne und stimmte in die Bayernhymne samt Sudetenstrophe ein. Unter dem Banner „Schwarz-Rot-Gold" bin ich als Staatsbürger der Bundesrepublik Deutschland anerkannt und wohlgelitten, 23 Jahre mit den Meinen in der Fremde zusammen, die uns inzwischen längst zur zweiten Heimat geworden ist. Man kann ruhig sagen, daß wir mit Land und Leuten, im Ort und Umkreis, „eins" geworden sind und Freunde gewonnen haben.
Seit fünf Jahren bin ich nun schon Rentner, so daß frühmorgens niemand mehr pfeift, um mich zur Arbeit zu rufen. Ich kann und will dem Herrgott danken, daß ich die 70 erreicht habe, obwohl jeder weiß, daß es von nun an rapid abwärtsgeht. So möchte ich meinen Schöpfer trotzdem bitten, mir noch eine Schnaufpause zu gönnen. Gerne halte ich mich an einen Spruch, eine Volksweisheit von daheim, über die Gnade des Vergessenkönnens: „Månch Herzeleid, u wårs aah nuch sua schwaa, vagißt da Mensch, åls wenn nix gwesn waa."
Neulich war ich „drüben", in der alten Heimat, mit meinem Sohn als Fahrer. Die Veränderungen, der Verfall sind erschreckend und machen fassungslos. „Hier wendet sich der Gast mit Grausen", um es mit Schiller zu sagen. Die Schikanen an der Grenze taten ein übriges. Wie es wohl weitergeht?
Ob ich es noch erleben werde? Bange Fragen ..."
F.P.
Übrigens: Gott der Allmächtige hat die Bitte des Jubilars erhört und „Fristverlängerung" gewährt. Unser Landsmann ging erst im hohen Alter von 94 Jahren in die Ewige Heimat ein. Seine Lebenserinnerungen blieben längere Zeit unbeachtet.
F.P.
## Heimat
Dem Wort, das „Heimat" heißt, ihm liegt zu Grunde
das Licht an deinem ersten Tag.
Der Eltern Augenpaar als ihrer Freude Spiegel
über dem Kind, das in der Wiege lag.
Was mit der Muttermilch Dir zugeflossen,
war Lieb' und Müh' für Dich zu jeder Stund'.
Du warst als Glied in einer langen Kette
froh aufgenommen im Familienbund.
Es wuchs Dir zu der Ahnen Brauch und Sitte
und ihre Sprache, die Dir blieb vertraut.
Dein Elternhaus war deines Daseins Mitte,
zog's Dich auch später in die Welt hinaus.
Heimat ist das, was Dir zutiefst zu eigen,
sie ist dein ganz und gar ureignes Gut.
Auch wenn sie Dir durch Unrecht wird entrissen,
bleibst Du ihr Kind mit jedem Tropfen Blut.
T. W.
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