## Liebe Landsleute!
An Mariä Lichtmeß (2. Feber) ist auch die nachweihnachtliche Zeit vorüber, der Alltag hat uns längst „vereinnahmt". Nun heißt es, den kommenden Ereignissen des neuen Jahres, die noch im Dunkel der Zukunft verborgen sind, mit Vertrauen und der Gelassenheit des Alters entgegenzusehen. Möge es ein gutes Jahr werden und uns vor Unheil bewahren! Wollen wir hoffen, daß uns der Frieden erhalten bleibt und die Menschen, die in Kriegsnot darben müssen, endlich auch in Frieden leben können. Niemand weiß besser als wir aus dem Sudetenland, was es bedeutet, entrechtet, gequält, verfolgt und vertrieben zu werden! Wir schreiben das Jahr 2014, haben aber das erlittene Unrecht von damals nicht vergessen.
Liebe Heimatfreunde! Wenn dieser Heimatbrief zu Euch ins Haus kommt, zeigt sich das neue Jahr noch jung; ist es doch erst vor wenigen Wochen ins Land gezogen. Nun, immerhin: Den früher oft harten, kälte- und schneereichen Jänner, den schon unsere Altvorderen als grimmig fürchteten und deshalb „Hartung" nannten, haben wir bereits überstanden. Eine Abwertung? Nun, wir Älteren, die man quasi als „letzte Mohikaner" noch der Erlebnisgeneration bei der Vertreibung aus der Heimat zurechnet, lieben die Wärme! Daheim konnte man vernehmen: „Ma kröicht da Wirm nåuch." Kälte hingegen ist den meisten von uns inzwischen zuwider und zur Last geworden. Und Erkältungen samt Folgen mögen wir schon gar nicht! Hand aufs Herz: Es fiele mir über 80jährigen wahrlich schwer, ein Loblied auf die Winterzeit anzustimmen, außer wenn man tatsächlich schon gegen Ende März singen könnte: „Winter ade ...!"
Zugegeben: Winterliche Landschaften, wie Berge, Täler, Wälder, Seen usw., die Maler und Fotografen in vielen Motiven – schneelastig, eisesstarr, rauhreifbehangen, in schräges Sonnenlicht getaucht – gekonnt auf Leinwand und Zelluloid bannen, mögen auch unserem Auge gefallen, der tägliche Umgang mit den niedrigen Temperaturen jedoch führt unweigerlich zu erschauernder Ernüchterung: Ålls wiad schwara, Ei(nkaffm, Haazn, Schnäirama, Streia, glåtte Wegh u Stråußn, Ångst vuam Hiefålln, ålls is kålt, ungout – graislich!
Wintersport? Rodeln, Schifahren? Solchen Vergnügen frönen in unserem Alter nur noch wenige. Und der vielgepriesene Spaziergang hinaus in die weiße Pracht? Ja, schon, wenn man noch gut zu Fuß ist!
Freuen wir uns lieber auf den kommenden Frühling. Sobald wir den um diese Zeit gewohnten „Lei(nwind", die laua Frühlingsluft, im Gesicht spüren, wissen wir, daß es wieder aufwärts geht, wärmer wird.
Wir denken an daheim, an unsere Gärten und Fluren in der alten Heimat. Bei uns begann das Frühjahr etwas später als anderswo in milden Tälern, lag unsere Gegend doch rund 600 m hoch. Wenn der strenge Frost gebrochen war, roch es förmlich „nach Frühling". Schon am frühen Morgen flöteten melodiös die Amseln, und anderes Vogelgezwitscher antwortete ihnen. Waren Hänge und Raine vom Schnee befreit, dann lugten zwischen vergilbten Gräsern die ersten Schneeglöckchen hervor, blühten Buschwindröschen und die zierlichen Griesblümchen; am Wiesenrand gesellten sich duftende Veilchen und zartgelbe Himmelsschlüssel dazu.
Die Sonne, unser lebensspendendes Gestirn, gewann mit jedem Tag mächtig an Kraft. Wir, die Menschen, damals noch der Natur näher verbunden als heute, hatten ein gutes Gespür für diesen Neubeginn; wir lebten auf und schöpften wieder frischen Mut und Zuversicht.
In diesem Sinne wünscht Euch allen eine gute, vorösterliche Zeit
Euer Franz Pöttig
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## Frühlingsahnen
Erst ein paar Wochen zählt das Jahr,
und ist's auch noch so kalt;
im Hornung wird es offenbar:
Der Winter wird schon alt.
Und macht uns klamm der Februar,
der Frost ist bald vorbei.
Und mit ihm endet auch fürwahr
die Faschingsnarretei.
Die Sonne wieder wärmer scheint,
zieht häher ihre Bahn.
Ob sie damit den Lenz schon meint?
Erinnert uns daran.
Sie leckt den weichen Schnee vom Fleck,
schmilzt Eiseszapfen klein,
nimmt jeden Tag ein Stückchen weg.
Es wird bald Frühling sein.
Franz Pöttig
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## Aus dem Kalender
Im Feber – Hornung:
2.2. (So) Mariä Lichtmeß, kirchlicher Feiertag, 40 Tage nach Geburt Christi (25.12.), Kerzenweihe
3.2. (Mo) St. Blasius (Segen)
14.2. (Fr) St. Valentin; Kyrillos (†869), Methodios (†885), Apostel der Slawen
Ist Lichtmeß hell und rein, wird ein langer Winter sein. Agathe (5.2.) und Dorothee (6.2.) viel Schnee, Sommer guten Klee. Ist Valentin noch weiß, blüht an Ostern schon das Reis. Mücken, die im Feber summen, oft auf lange Zeit verstummen.
Sternzeichen: Wassermann (21.1. – 19.2.)
Im März – Lenzing:
2.3. (So) Faschingssonntag
3.3. (Mo) Rosenmontag; hl. Kunigunde („... kinnt die Wirm va unt")
4.3. (Di) Faschingsdienstag, Kehraus; Gedenktag für die Opfer tschechischer Willkür im Jahre 1919
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